G-BA beschließt Inhalte für Disease-Management-Programm Depression

(21.08.19) Patienten, die an wiederkehrenden oder lang andauernden Depressionen leiden, können zukünftig in einem strukturierten Behandlungsprogramm (Disease-​Management-Programm, DMP) behandelt werden. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat vor Kurzem die Details zur inhaltlichen Ausgestaltung des neuen DMP beschlossen.

Der G-BA legt den Beschluss nun dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zur Prüfung vor. Nach Nichtbeanstandung treten die Anforderungen an das DMP Depression am ersten Tag des auf die Veröffentlichung im Bundesanzeiger folgenden Quartals in Kraft.

Patienten können sich erst in das Programm einschreiben lassen, wenn die gesetzlichen Krankenkassen mit Ärzten und Krankenhäusern Verträge zur praktischen Umsetzung und zur Vergütung des DMP abgeschlossen haben. Diese müssen anschließend vom Bundesversicherungsamt (BVA) genehmigt werden. Insgesamt dauert dieser Vorgang etwa zwölf Monate.

Zielgruppe des DMP sind Patienten mit mittel- und schwergradigen Depressionen

Das DMP richtet sich an Patienten mit chronischer Depression oder wiederholt auftretenden depressiven Episoden mittel-​ bis schwergradiger Ausprägung. Nach Angaben des G-BA ist das gleichzeitige Vorliegen von psychischen oder körperlichen Erkrankungen, beispielsweise Angststörungen, Alkoholabhängigkeit, Tumorerkrankungen oder Diabetes mellitus, explizit kein Ausschlusskriterium für eine Teilnahme am DMP. Aufgrund der Bedeutung von Komorbiditäten bei Depression wurde die adäquate Diagnostik und Behandlung von Komorbiditäten als eigenständiges Therapieziel in das DMP aufgenommen.

Tritt die Depression hingegen als Folge einer körperlichen Grunderkrankung auf, ist ein Einschreiben in das DMP nicht möglich, da hier die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund steht. Eine Teilnahme am DMP kann jedoch erfolgen, wenn die Depression als Komorbidität zu werten ist.

Ob die Ein- und Ausschlusskriterien für eine Einschreibung in das DMP Depression vorliegen, wird von Hausärzten oder spezialisierten Leistungserbringern, beispielsweise Fachärzten für Psychiatrie und Psychotherapie geprüft.

Das DMP nennt eine Reihe von Therapiezielen, die mit dem Patienten besprochen und individuell festgelegt werden sollen, beispielsweise die Verminderung der depressiven Symptomatik mit dem Ziel einer vollständigen Remission der Erkrankung und die Verbesserung der psychosozialen Fähigkeiten, um eine selbstbestimmte Lebensführung zu unterstützen.

Weitere Informationen:

Mitteilung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA)

Beschluss des G-BA zum DMP Depression

Informationen zu Disease-​Management-Programmen