Einschreibung in das Behandlungsprogramm

Der Patient

  • hat die Bereitschaft und die Möglichkeit, aktiv am Programm teilzunehmen;
  • erhält ein Merkblatt, auf dem das Ziel, die Inhalte und der Ablauf des DMP dargestellt sind;
  • erhält eine Datenschutzinformation, in der detailliert der Datenfluss erläutert wird;
  • unterschreibt eine Teilnahme-/Einwilligungserklärung (TE/EWE), in der er u.a. bestätigt, dass er die Programm- und Versorgungsziele kennt, den koordinierenden Arzt ausgewählt hat und die Nutzung seiner Daten autorisiert;
  • bespricht gemeinsam mit dem Arzt die ausgefüllte Erstdokumentation (Inhalt siehe Rubrik "Dokumentation").

Einschreibeunterlagen

Teilnahme-/Einwilligungserklärung mit Datenschutzinformation und Patientenmerkblatt (TE/EWE, Stand: 25.05.2018) für das DMP Asthma bronchiale/COPD

Asthmapatienten beziehungsweise Patienten mit COPD können an diesem Disease-Management-Programm teilnehmen, wenn sie folgende allgemeine und spezielle Voraussetzungen erfüllen:

Allgemeine Teilnahmebedingungen

Der koordinierende Arzt hat auf der Teilnahme- und Einwilligungserklärung des Patienten/der Patientin bestätigt, dass die Diagnose gesichert ist.

Der Patient/die Patientin ist bereit und in der Lage, aktiv am Behandlungsprogramm teilzunehmen.

Es ist grundsätzlich zu erwarten, dass der Patient/die Patientin von der Teilnahme am DMP profitieren wird.

Spezielle Einschreibevoraussetzungen für das DMP Asthma bronchiale

Für die Diagnosestellung in Hinblick auf die Einschreibung ist das Vorliegen einer aktuellen oder längstens zwölf Monate zurückliegenden asthmatypischen Anamnese (DMP-Anforderungen-Richtlinie/DMP-A-RL) und das Vorliegen von mindestens einem der folgenden Kriterien (für Erwachsene beziehungsweise Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 17 Jahren beziehungsweise Kinder im Alter von einem bis fünf Jahren) erforderlich:

Bei Erwachsenen:

  • Nachweis der Obstruktion bei FEV/VC kleiner/gleich 70 % und Nachweis der (Teil-) Reversibilität durch Zunahme der FEV um mindestens 15 % und mindestens 200 ml nach Inhalation eines kurz-wirksamen Beta-2-Sympathomimetikums

und/oder

  • Zunahme der FEV1 um mindestens 15 % und mindestens 200 ml nach bis zu 28-tägiger Gabe von inhalativen Glukokortikosteroiden oder bis zu 10-tägiger Gabe von systemischen Glukokortikosteroiden

und/oder

  • circadiane PEF-Variabilität größer 20 % über 3 bis 14 Tage

und/oder

  • Nachweis einer bronchialen Hyperreaktivität durch einen unspezifischen, standardisierten, mehrstufigen inhalativen Provokationstest.

Bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 5 – 17 Jahren:

  • Nachweis der Obstruktion bei FEV1/VC kleiner/gleich 75 % und Nachweis der (Teil-) Reversibilität durch Zunahme der FEV1 um mindestens 15 % nach Inhalation eines kurz-wirksamen Beta-2-Sympathomimetikums

und/oder

  • Zunahme der FEV1 um mindestens 15 % nach bis zu 28-tägiger Gabe von inhalativen Glukokortikosteroiden oder bis zu 10-tägiger Gabe von systemischen Glukokortikosteroiden,

und/oder

  • circadiane PEF-Variabilität größer 20 % über 3 bis 14 Tage

und/oder

  • Nachweis einer bronchialen Hyperreagibilität durch einen unspezifischen, standardisierten, nicht inhalativen oder durch einen unspezifischen, standardisierten, mehrstufigen inhalativen Provokationstest.

Bei Kindern im Alter von 1 bis 5 Jahren

Für Klein- und Vorschulkinder, bei denen eine valide Lungenfunktion noch nicht durchführbar ist, müssen für eine Diagnosestellung im Hinblick auf die Einschreibung die folgenden Kriterien erfüllt sein:

  • größer/gleich 3 asthmatypische Episoden im letzten Jahr

und

  • Ansprechen der Symptome auf einen Therapieversuch mit antiasthmatischen Medikamenten

und mindestens eines der folgenden Zusatzkriterien:

  • Giemen/Pfeifen unabhängig von Infekten, insbesondere bei körperlicher Anstrengung,
  • stationärer Aufenthalt wegen obstruktiver Atemwegssymptome,
  • atopische Erkrankung des Kindes,
  • Nachweis einer Sensibilisierung,
  • Asthma bronchiale bei Eltern oder Geschwistern.

Die Diagnose gilt auch als gestellt, wenn die Einschreibekriterien entsprechend denen für Kinder ab fünf Jahren erfüllt werden.

Patienten mit Asthma bronchiale, die aktuell unter Regelmedikation stehen, können eingeschrieben werden, wenn die Diagnose vor Therapiebeginn gemäß diesen Kriterien gestellt wurde und eine asthmatypische Anamnese aus dem Zeitraum der letzten zwölf Monate vor der Einschreibung vorliegt.

Die gleichzeitige Einschreibung eines Patienten in das DMP Asthma bronchiale und das DMP COPD ist nicht möglich.

Nach zwölfmonatiger Symptomfreiheit ohne asthmaspezifische Therapie soll geprüft werden, ob die Patientin oder der Patient hinsichtlich der Therapieziele weiterhin von einer Teilnahme am DMP profitiert und aktiv an der Umsetzung mitwirken kann.

 

Spezielle Einschreibevoraussetzungen für das DMP COPD

Für eine Einschreibung muss eine COPD-typische Anamnese, eine Reduktion des FEV1 unter 80 % des Sollwertes und mindestens eines der folgenden Kriterien vorliegen:

  • Nachweis der Obstruktion bei FEV1/VC kleiner 70 % nach Bronchodilatation

und/oder

  • Nachweis einer Atemwiderstandserhöhung oder einer Lungenüberblähung oder einer Gasaustauschstörung bei Patientinnen und Patienten mit FEV1/VC größer/gleich 70 % und einer radiologischen Untersuchung der Thoraxorgane, die eine andere die Symptomatik erklärende Erkrankung ausgeschlossen hat.

Versicherte unter 18 Jahren können nicht in das strukturierte Behandlungsprogramm COPD eingeschrieben werden. Die gleichzeitige Einschreibung eines Patienten in das DMP Asthma bronchiale und das DMP COPD ist nicht möglich. Besteht neben der COPD ein Asthma bronchiale, sollte in Abhängigkeit des Krankheitsverlaufs die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt abwägen, welche der beiden Diagnosen als vorrangig einzustufen ist. Demnach ist auch die Entscheidung für die Einschreibung in das jeweilige DMP zu treffen.