Biomarker-Test bei primärem Brustkrebs wird Kassenleistung

(27.08.19) Patientinnen mit primären Brustkrebs im frühen Stadium, bei denen das Rückfallrisiko nicht sicher bestimmt werden kann, können künftig einen Biomarker-Test als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung in Anspruch nehmen. Der Test soll die Entscheidung für oder gegen eine adjuvante systemische Chemotherapie unterstützen. Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) trat im August 2019 in Kraft. Nun hat der Bewertungsausschuss sechs Monate Zeit, die Vergütung zu regeln. Die Entscheidung selbst hatte der G-BA im Juni 2019 bekannt gegeben.

Der Beschluss betrifft den Biomarker-Test Oncotype DX Breast Recurrence Score, dessen Analyseverfahren auf einer Genexpressionsanalyse beruht. Voraussetzung ist, dass der Tumor bestimmte Eigenschaften hat: Er muss empfindlich für Hormone wie Östrogen und Progesteron sein und keinen Wachstumsfaktorrezeptor (HER2/neu) sowie keinen Lymphknotenbefall aufweisen.

Test soll bei Abwägung einer Chemotherapie helfen

Laut G-BA erkranken jährlich rund 70.000 Frauen an frühem Brustkrebs in Deutschland. Bei schätzungsweise 20.000 dieser Patientinnen können die behandelnden Ärzte nach einer Brustkrebsoperation allein aufgrund der klinisch-pathologischen Kriterien keine eindeutige Therapieempfehlung hinsichtlich einer Chemotherapie geben. Der Test kann in diesen Fällen ergänzende Informationen liefern, die bei der Abwägung der Nutzen-Risiko-Relation einer Chemotherapie helfen. Vor dem Einsatz des Tests muss eine fachärztliche Aufklärung anhand eines dafür entwickelten Patientinnenmerkblattes erfolgen.

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