So werden die Festbeträge für Arzneimittel festgelegt

Zur Bildung von Festbetragsgruppen fasst der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) in den Arzneimittel-Richtlinien Wirkstoff-Gruppen zusammen. Dies sind Arzneimittel

  • mit denselben Wirkstoffen (Gruppe 1),
  • mit pharmakologisch-therapeutisch vergleichbaren Wirkstoffen, insbesondere mit chemisch verwandten Stoffen (Gruppe 2) und
  • mit therapeutisch vergleichbarer Wirkung, insbesondere Arzneimittelkombinationen (Gruppe 3).

Die Festbetragsbeschlüsse des GBA

Nach der Gruppenbildung durch den GBA prüft das Bundesgesundheitsministerium diese Auswahl. Es folgt ein Anhörungverfahren. Dabei werden neben unabhängigen Sachverständigen aus Medizin und Pharmakologie auch die Arzneimittelhersteller und Vertreter der Apotheker gehört. Danach setzen die Spitzenverbände der Krankenkassen einen einheitlichen Erstattungs-Höchstbetrag für alle Medikamente innerhalb der Gruppe fest.

Die Krankenkassen vergleichen dazu die verschiedenen Preise der Arzneien. Obwohl diese mehr oder weniger wirkstoffidentisch sind, gibt es in der Regel eine große Preisspanne. Nur aus den Medikamenten im unteren Preisdrittel ermitteln die Kassen den Durchschnittswert - den Festbetrag. Es handelt sich um einen marktgerechten Preis, den mehrere Pharma-Hersteller angeboten bzw. sogar unterboten haben. Auch mit Festbeträgen erwirtschaften die Hersteller also Gewinn.