Postmortale Spende von Organen und Geweben

Voraussetzungen, Ablauf und Akteure

Ablauf Postmortale Organspende k

In Deutschland ist der Hirntod, also der irreversible Ausfall aller Gehirnfunktionen, die zentrale Voraussetzung für eine postmortale Organ- und Gewebespende. Sobald der Verdacht auf einen Hirntod besteht, informieren die behandelnden Ärzte darüber die Angehörigen. Sogenannte Transplantationsbeauftragte oder Koordinatoren der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) unterstützen die Kliniken bei Angehörigengesprächen. Gleichzeitig wird überprüft, ob die Einwilligung des Patienten in die Organ- und/oder Gewebespende im Organspendeausweis oder der Patientenverfügung dokumentiert ist. Sollte keine Erklärung des Patienten dazu vorliegen, müssen die Angehörigen nach dem vermuteten oder mündlich geäußerten Willen des Verstorbenen eine Entscheidung treffen. Denn nur, wenn eine Zustimmung vorliegt, ist in Deutschland das Spenden von Organen oder Geweben möglich (Erweiterte Zustimmungslösung/ Entscheidungslösung).

Nach einer Richtlinie der Bundesärztekammer wird der Hirntod von zwei unabhängigen Fachärzten in einem differenzierten Verfahren diagnostiziert. Verfügt die Klinik nicht über solche Fachkräfte, kann die DSO helfen und die entsprechend qualifizierten Ärzte vermitteln. Stellen die Mediziner endgültig den Hirntod fest und liegt eine Einwilligung zu Organ- und Gewebespende vor, wird geprüft, ob eine bestimmte Erkrankung des Verstorbenen die Organspende ausschließt. Liegen keine Gegenanzeigen vor, werden der potenzielle Spender der DSO gemeldet und der Entnahmeprozess eingeleitet.

Da in Deutschland zwei verschiedene Institutionen für die Organspende beziehungsweise die Organvermittlung verantwortlich sind, meldet die DSO den Spender dann der Vermittlungsstelle Eurotransplant. Diese erstellt auf Basis der Spender-, Organ- und Empfänger-Merkmale sowie nach den Verteilungskriterien der Bundesärztekammer in einem computergestützten Verfahren eine Rangfolge potenzieller Empfänger. Nach dieser Rangfolge wird dann das Organ denjenigen Zentren angeboten, in denen die gelisteten Empfänger registriert sind. Die Vermittlung von Geweben erfolgt dagegen nicht über Eurotransplant, sondern über diverse spezialisierte Gewebebanken.

Sobald der passende Empfänger gefunden ist, nehmen spezialisierte OP-Teams die Organentnahme in den sogenannten Entnahme- oder Spenderkliniken vor. Sind die entnommenen Organe funktionsfähig und für die Transplantation geeignet, werden sie in das Transplantationszentrum des Empfängers transportiert und nach erneuter Eignungsprüfung transplantiert.