Ab sofort sind Krankschreibungen bis zu 14 Tagen telefonisch möglich

(24.03.20) Patienten mit leichten Atemwegserkrankungen können sich per Telefon nun für bis zu zwei Wochen von ihrem Arzt krankschreiben lassen. Bisher hatten die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband eine solche Regelung nur für eine Arbeitsunfähigkeit (AU) von maximal sieben Tagen vereinbart.

Neu ist außerdem, dass die telefonische Krankschreibung auch dann möglich ist, wenn nach telefonischer Anamnese der Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion besteht. Dabei muss der Arzt muss darauf hinweisen, dass der Patient unverzüglich einen Termin beim Arzt vereinbaren soll, wenn sich sein gesundheitlicher Zustand verschlechtert. Grundsätzlich aber sollen Patienten leichter zuhause bleiben können, um die Verbreitung des Virus nicht weiter zu befördern. Die Regelung gilt bis zum 23. Juni 2020.

Wie bisher reicht der Vereinbarung zufolge die telefonische Rücksprache mit dem Arzt aus, um die AU-Bescheinigung – auf dem Postweg – zu erhalten. Dafür haben die Vertragspartner entsprechende Abrechnungsziffern vereinbart. Auch die elektronische Gesundheitskarte müssen Versicherte nicht vorlegen, sondern sie können ihre Daten per Telefon mitteilen und die Mitgliedschaft in einer Krankenkasse mündlich bestätigen. Bei Patienten, die der Praxis ohnehin schon bekannt sind, können die Daten aus der Patientenakte übernommen werden.

Die Regelungen gelten auch für die Ausstellung einer ärztlichen Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei der Erkrankung eines Kindes (Muster 21). Der Anspruch auf Kinderkrankengeld nach § 45 SBG V gilt auch bei einer 14-tägigen „Kindkrankschreibung“ wie bisher – also für längstens 10 Arbeitstage bzw. längstens 20 Arbeitstage bei Alleinerziehenden.

Weitere Informationen: Praxisnachrichten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung