Mehr Ärzte in Deutschland

(16.04.15) 2014 arbeiteten mehr als 365.000 Ärzte in Deutschland. Das geht aus der jetzt veröffentlichten Ärztestatistik der Bundesärztekammer hervor. Danach ist die Zahl der bei den Landesärztekammern gemeldeten ärztlich tätigen Mediziner im vergangenen Jahr um 2,2 Prozent gestiegen. Auch der Anteil der Krankenhausärzte ist in diesem Zeitraum erneut leicht nach oben gegangen. Mit 186.329 (plus 5.317) liegt er nun bei 51 Prozent. Bei den ambulant tätigen Medizinern verzeichnen die Kammern einen Zuwachs um 2.015 (1,4 Prozent) auf 147.948 Ärzte. Knapp 31.000 Mediziner waren 2014 in Behörden und Körperschaften oder in anderen Bereichen beschäftigt.

Laut der Statistik ist die Zahl der niedergelassenen Mediziner mit eigener Praxis um 1.988 (1,6 Prozent) auf 121.641 gesunken. Dafür hält der Trend zur Anstellung im ambulanten Bereich an: Ende 2014 waren 26.307 Ärzte angestellt ambulant tätig - 4.003 oder knapp 18 Prozent mehr als im Vorjahr.

Nach Angaben der Bundesärztekammer ist die Zahl der in Deutschland gemeldeten ausländischen Ärzte 2014 um 3.768 auf 39.661 gestiegen. Im vergangenen Jahr waren die meisten ausländischen Mediziner aus Rumänien (3.857), Griechenland (3.011) und Österreich (2.695), gefolgt von Polen (1.936). Dagegen kehrten 2.364 Ärzte Deutschland den Rücken.

Aus Sicht von Ärztepräsident Prof. Frank Ulrich Montgomery reicht auch der erneute Ärzte-Zuwachs "bei Weitem nicht aus, um die Lücken in der medizinischen Versorgung zu schließen, die sich aus einer Reihe von gesellschaftlichen Entwicklungen ergeben." Dem hielt der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Jürgen Graalmann, entgegen: "Heute haben wir einen historischen Höchststand erreicht und trotzdem klagt die Ärzteschaft über Nachwuchsmangel und Versorgungslücken." Auch der Spitzenverband der Krankenkassen sieht Deutschland von einem allgemeinen Ärztemangel "weit entfernt". Es sei jedoch eine Gemeinschaftsaufgabe, dafür zu sorgen, dass die Ärzte auch dort zu finden seien, wo sie gebraucht würden, sagte ihr Sprecher Florian Lanz. "Gemeinsam müssen wir die Versorgung auf dem Land stärken und dafür den Mut haben, die Überversorgung in den Ballungsgebieten auch gegen den Widerstand der Ärzteverbände abzubauen", so Lanz.

Zur Ärztestatistik 2014 der Bundesärztekammer