Schlechte Zahnarztbehandlung muss nicht bezahlt werden

(25.09.18) Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat die Rechte von Patienten gegenüber Zahnärzten gestärkt: Eine irreparabel schlechte Leistung muss nicht bezahlt werden. Das haben die Richter im Fall einer Patientin aus Bremen entschieden, der ein Zahnarzt acht Implantate so schlecht eingesetzt hatte, dass die Patientin die Behandlung wegen anhaltender Beschwerden abbrach (AZ: III ZR 294/16). Die vorgesehene prothetische Versorgung der Implantate blieb deshalb aus. Trotz der missglückten Behandlung sollte sie für die Teilleistung ein Honorar von mehr als 34.000 Euro zahlen.

Auch das Oberlandesgericht Celle hatte zunächst entschieden, dass dem Arzt knapp 17.000 Euro zustehen. Der BGH urteilte anders: Die implantologischen Leistungen seien für die Patientin insgesamt nutzlos, so dass Anspruch auf Honorierung nicht bestehe. Der Zahnarzt könne zwar kein Gelingen versprechen, im dem konkreten Fall seien jedoch gravierende Behandlungsfehler aufgetreten.

Ein Sachverständiger hatte sämtliche Implantate wegen schlechter Fixierung und falscher Positionierung im Kiefer als „unbrauchbar“ bezeichnet. Die Patienten, muss in der Folge entweder mit einem dauerhaft erhöhten Entzündungsrisiko leben oder aber den hochgradig riskanten und wenig erfolgversprechenden Austausch der Implantate über sich ergehen lassen.

Zur Pressemitteilung des BGH