Tag der Zahngesundheit: Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderung im Mittelpunkt

(24.09.18) Der 25. September ist der Tag der Zahngesundheit. 2018 steht er unter dem Motto "Gesund im Mund - bei Handicap und Pflegebedarf". Nach Angaben des Statistischen Bundesamts leben in Deutschland 7,8 Millionen Menschen mit Schwerbehinderung. Die Zahl der Pflegebedürftigen belief sich Ende 2015 auf rund 2,86 Millionen Menschen.

Die Mundgesundheit von Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderung ist schlechter als die des Bevölkerungsdurchschnitts. Das teilt der Aktionskreis zum Tag der Zahngesundheit mit. Der Tag der Zahngesundheit 2018 soll deshalb die Aufmerksamkeit auf die Mundgesundheit von Menschen mit einem Pflegegrad oder einer Behinderung richten.

"Es ist viel zu häufig zu beobachten, dass ein Pflegegrad oder ein körperliches Handicap in Deutschland gleichbedeutend mit einer schlechten Mundgesundheit sind", sagt Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK). Weiter führte Oesterreich aus, dass "zahlreiche Regelungen der ambulanten Betreuung nicht auf die spezifischen Belange von Menschen mit Behinderungen ausgerichtet" sind. Insbesondere das Risiko für Karies, Parodontal- und Mundschleimhauterkrankungen sei bei Menschen mit Behinderung und Pflegebedürftigen deutlich erhöht.

Neue Leistungen um Zahnerkrankungen bei Pflegebedürftigen vorzubeugen

Einen Beitrag zur Mundgesundheit von Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderung leisten neue präventive Maßnahmen. Diese können Betroffene seit dem 1. Juli 2018 in Anspruch nehmen.

Zu diesen Leistungen gehört:

  • die Erhebung des Mundgesundheitsstatus, wobei der Pflegezustand der Zähne, des Zahnfleisches, der Mundschleimhäute und des Zahnersatzes beurteilt wird,
  • die Erstellung eines Mundgesundheitsplans, der Auskunft über die individuelle Mund- und Prothesenpflege gibt,
  • die Aufklärung über die Bedeutung der Mundhygiene und über Maßnahmen, wie die Mundgesundheit erhalten werden kann,
  • das Entfernen harter Zahnbeläge. 

Diese Zahnvorsorge-Leistungen können die Betroffenen zweimal jährlich in Anspruch nehmen. Zahnärzte können die neuen Versorgungsmaßnahmen in der Praxis, in häuslicher Umgebung und in Pflege- beziehungsweise Behinderteneinrichtungen durchführen. "Mit den neu eingeführten Präventionsleistungen sind die notwendigen Grundlagen für die Verbesserung der Versorgung aller pflegebedürftigen Menschen und vieler Menschen mit Behinderungen geschaffen worden", sagt Michael Kleinebrinker, Referatsleiter beim GKV-Spitzenverband. "Wir hoffen, dass diese Leistungen von möglichst vielen Menschen angenommen werden. Insgesamt können bis zu vier Millionen Versicherte davon profitieren, da nicht jeder Mensch mit Behinderung und Pflegebedarf Unterstützung bei der Mundgesundheit benötigt."

Kostenlos: 25.900 Zahnpflege-Startersets

Wie kann man im Alltag die Mundgesundheit von Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderung stärken? Vor dieser Frage stehen vor allem Angehörige und Pflegepersonal. Auch ihnen soll der Tag der Zahngesundheit 2018 praktische Tipps an die Hand geben. "Die Mundgesundheit von Menschen mit Behinderung und Pflegebedarf hängt insbesondere von einer sorgfältigen Mundhygiene ab. Dafür benötigen die betroffenen Personen sowie deren Angehörige und Pflegekräfte Zeit, die richtige Technik und die richtige Ausrüstung", sagt Christian Rath, Geschäftsführer des Vereins für Zahnhygiene.

Der Verein für Zahnhygiene und die Deutsche Gesellschaft für Alterszahnmedizin wollen Pflegeeinrichtungen und Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderung mit insgesamt 25.900 Zahnpflege-Startersets unterstützen. Christian Rath: "Einrichtungen für Senioren und Menschen mit Behinderung, Sanatorien, ambulante Pflegedienste und ähnliche öffentlich-rechtliche oder gemeinnützige Einrichtungen können beim Verein für Zahnhygiene melden und erhalten – so lange der Vorrat reicht – für jeden Bewohner und jede Bewohnerin ein Mundhygiene-Starterset gratis zugesandt."

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