Mutter-/Vater-Kind-Maßnahmen

Wenn Mütter oder Väter in ihrer Elternrolle erheblich belastet und gesundheitlich beeinträchtigt sind, können stationäre Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen hilfreich sein. Voraussetzung für die Leistungen ist, dass die Kinder das 18. Lebensjahr nicht überschritten haben (im Haushalt lebende behinderte Kinder können auch älter sein). Die Krankenkasse übernimmt die Kosten, wenn die Behandlung medizinisch notwendig ist und von einem Arzt verordnet wird.

Unter bestimmten Voraussetzungen können Mütter und Väter ihre Kinder bis zu einem Alter von zwölf Jahren mitnehmen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn die Kinder selbst behandlungsbedürftig sind und in der Einrichtung entsprechend behandelt werden können, sie eine Trennung von ihren Eltern psychisch nicht verkraften würden oder keine adäquate Betreuung während der Abwesenheit gefunden werden kann. Bei Kindern, die krank und behandlungsbedürftig sind, benötigt die Krankenkasse ein ärztliches Attest, aus dem der Behandlungsbedarf hervorgeht.

Mutter-/Vater-Kind-Maßnahmen sollen für längstens drei Wochen erbracht werden. Das Leistungsangebot der medizinischen Vorsorge und Rehabilitation ist auf die besonderen Bedürfnisse der Mütter und Väter und gegebenenfalls ihrer Kinder ausgerichtet.

Behandlung in speziellen Einrichtungen

Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen für Mütter und Väter dürfen nur in Einrichtungen des Müttergenesungswerks (MGW) oder in gleichartigen Einrichtungen erbracht werden, mit denen ein Versorgungsvertrag nach § 111a SGB V besteht. Eine erneute Mutter- oder Vater-Kind-Maßnahme ist frühestens nach Ablauf von vier Jahren möglich. Der Versicherte kann eine vorzeitige Wiederholung beantragen, wenn diese aus medizinischen Gründen dringend erforderlich ist. Es ist die Aufgabe des Arztes, die Dringlichkeit einer vorzeitigen Wiederholung im ärztlichen Attest darzulegen.

Anforderungsprofile

Die Spitzenverbände der Krankenkassen haben im Einvernehmen mit dem MDK, der Elly-Heuss-Knapp-Stiftung "Deutsches Müttergenesungswerk" (MGW) und dem Bundesverband Deutscher Privatkrankenanstalten e. V. (BDPK) bundeseinheitliche Anforderungsprofile für Einrichtungen vereinbart, die stationäre Rehabilitations- und Vorsorgeleistungen für Mütter und/oder Väter erbringen.

Zur Qualitätssicherung in der medizinischen Vorsorge und Rehabilitation

Anforderungen für stationäre Rehabilitationseinrichtungen
Anforderungsprofil für stationäre Rehabilitationseinrichtungen nach § 111a SGB V, die Leistungen zur medizinischen Rehabilitation nach § 41 SGB V erbringen
Stand: 01.08.03

Anforderungen für stationäre Vorsorgeeinrichtungen
Anforderungsprofil für stationäre Vorsorgeeinrichtungen nach § 111a SGB V, die Leistungen zur medizinischen Vorsorge nach § 24 SGB V erbringen
Stand: 01.08.03

Die AOK Bayern zeichnet qualitativ besonders hochwertige Mutter-/Vater-Kind-Einrichtungen aus und hat dafür ein Qualitätszeichen eingeführt.

Hier sind die Mutter-/Vater-Kind-Einrichtungen zu finden, die mit dem AOK-Qualitätszeichen ausgezeichnet wurden.