Behandlungsfehler: Die Zahl der Vorwürfe geht zurück

(12.04.19) Die Zahl der Anträge bei der Bundesärztekammer (BÄK) auf Prüfung eines Behandlungsfehlers ist 2018 erneut zurückgegangen. Insgesamt registrierten die Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen 10.647 Vorwürfe; 2017 waren es noch 12.797. Drei Viertel der Verfahren (75,9 Prozent) richteten sich gegen Kliniken. In insgesamt 1.499 Fällen stellten die Gutachter fest, dass ein Behandlungsfehler oder ein Mangel bei der Risikoaufklärung einen gesundheitlichen Schaden verursacht hat.

Chirurgen und Orthopäden führend in der Fehlerstatistik

Beim Blick auf die Fachbereiche bilden operative Therapien bei Arthrosen des Knie- und Hüftgelenks bilden die größte Gruppe bei den Fehlervorwürfen, gefolgt von Operationen bei Oberschenkelfrakturen und Bandscheibenschäden. Dementsprechend waren unfallchirurgische und orthopädische Behandler mit Abstand am häufigsten in die Schlichtungsverfahren involviert (1.690 Mal); 68 Mal wurden Behandlungsfehlervorwürfe nach allgemeinchirurgischen und 455 Mal nach internistischen Behandlungen erhoben.

Bei jedem fünften Schaden bleibt die Ursache ungeklärt

Insgesamt trafen die Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen im vergangenen Jahr 5.972 Sachentscheidungen zu mutmaßlichen Behandlungsfehlern. Bei 1.858 Fällen lag ein Behandlungsfehler vor, dabei konnten die Gutachter den vorhandenen Gesundheitsschaden in 359 Fällen nicht auf den Fehler zurückführen.

Nicht berücksichtigt sind Fälle, in denen Streitigkeiten direkt zwischen Patienten und Arzt oder Klinik, von Versicherungen oder vor Gerichten beigelegt wurden.

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