Gutachten legt Personalausstattung in der Pflege offen

(15.10.18) Kardiologische und herzchirurgische Abteilungen beschäftigen in deutschen Kliniken die meisten Pflegenden pro Patient. Das ergab ein Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes und der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Während sich eine Pflegekraft in der Frühschicht einer Kardiologie an Wochentagen um 6,5 Patienten kümmert und in der Herzchirurgie um 7,7, sind es in der Geriatrie 13,8. In allen Abteilungen wird die personelle Besetzung am Nachmittag und in der Nacht zurückgefahren – mit Ausnahme der Intensivmedizin, wo nachts mehr Pflegekräfte pro Patient im Dienst sind als tagsüber. Auch an Wochenenden sind die untersuchten Stationen – bis auf Intensivmedizin und die Herzchirurgie – pflegerisch schwächer besetzt. 

Verordnung statt Verhandlung

Die Studie soll bei der Festlegung der konkreten Personaluntergrenzen für die Kliniken als Entscheidungsgrundlage dienen. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der GKV-SV sollten bis zur Jahresmitte 2018 pflegesensitive Bereiche in der Krankenhausversorgung identifizieren und für diese verbindliche Pflegepersonaluntergrenzen festlegen. Gleichzeitig sollten die Vertragspartner regeln, welche Nachweise von Krankenhäusern zu führen sind, welche Sanktionen bei Nichteinhaltung gelten, welche Daten an das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) übermittelt werden sollen und wer eventuelle Mehrkosten trägt. Nachdem die Verhandlungen gescheitert waren, hat das BMG entsprechende Regelungen per Verordnung erlassen.

Weitere Informationen:

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