Kodierung und Klassifikation

 

Deutsche Kodierrichtlinien

Ärzte und Dokumentare in den Krankenhäusern verschlüsseln Operationen und Prozeduren nach den Deutschen Kodierrichtlinien (DKR). Im Regelwerk sind allgemeine und spezielle Kodierrichtlinien enthalten. Der allgemeine Teil beinhaltet neben den Definitionen von Begriffen wie Haupt- und Nebendiagnosen auch Regeln zur Kodierung von Diagnosen und Prozeduren sowie Hinweise zur Anwendung der Prozedurenklassifikationen. In den speziellen Kodierrichtlinien werden anhand von Fallbeispielen Konstellationen beschrieben, die entweder einer genaueren Festlegung bedürfen oder bei denen Ausnahmen von den allgemeinen Kodierrichtlinien vorliegen.

 

Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten (ICD-10-GM)

Diagnosen müssen im ambulanten wie im stationären Bereich nach der ICD-10-GM verschlüsselt werden. Für 2019 liegt die endgültige Fassung der ICD-10-GM in der Version 2019 vor.

2019 Zur endgültigen Fassung der ICD-10-GM 2019

In der neuen Version sind die Änderungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und 87 weitere Vorschläge berücksichtigt, die Fachgesellschaften und Fachleute aus Ärzteschaft, Krankenkassen und Kliniken sowie Organisationen der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen eingebracht haben.

Wichtige inhaltliche Änderungen in der Version 2019:

  • Zika-Viruskrankheit: Aufnahme einer neuen Schlüsselnummer im Kapitel I und Streichung der vorläufigen Zuordnung zur nicht belegten Schlüsselnummer in Kapitel XXII
  • Aufmerksamkeitsstörung: Aufnahme einer neuen Schlüsselnummer zur spezifischen Abbildung einer Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität mit Beginn in der Kindheit und Jugend
  • Komplexes regionales Schmerzsyndrom: Aufnahme neuer Schlüsselnummern zur Differenzierung nach Typen
  • Reizdarmsyndrom und Obstipation: Aufnahme neuer Schlüsselnummern zur weiteren Spezifizierung der Symptomatik

Die WHO hat angekündigt, nach 2019 keine regelmäßigen Aktualisierungen mehr für die ICD-10 herauszugeben. Bei dringendem Änderungsbedarf wird die WHO einzelne Anpassungen bekanntgeben, die dann in die ICD-10-GM übernommen werden.

2018  Zur endgültigen Fassung der ICD-10-GM 2018

2017  Zur endgültigen Fassung der ICD-10-GM 2017 

 

 

Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS)

Der OPS dient zur Verschlüsselung von Operationen und medizinischen Prozeduren in der stationären Versorgung und beim ambulanten Operieren. Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) hat die endgültige Fassung des OPS 2019 veröffentlicht. 

2019  Zur endgültigen Fassung des OPS Version 2019

In die Endfassung gingen laut DIMDI 264 Vorschläge und zusätzliche Anforderungen aus der Weiterentwicklung der Entgeltsysteme für Krankenhausleistungen ein. Einige wichtige inhaltliche Änderungen im OPS 2019 sind folgende:

  • Aufnahme neuer Kodes für die Revision von Osteosynthesematerial mit Reosteosynthese
  • Konkretisierung der Hinweise und Mindestmerkmale bei den Kodes für die geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung und für die neurologische Komplexbehandlung des akuten Schlaganfalls
  • Aufnahme neuer Kodes für die Beatmungsentwöhnung (Weaning)
  • Streichung der Kodes zur Anrechnung von Therapieeinheiten, die von Pflegefachpersonen und im Rahmen einer Gruppentherapie von Spezialtherapeuten im Bereich der Psychiatrie/Psychosomatik erbracht werden

2018  Zur endgültigen Fassung des OPS 2018 sowie zum Downloadcenter Klassifikationen

2017  Zur endgültigen Fassung des OPS 2017 (mit Aktualisierung vom Juli 2017)