Ausstattung der Praxen mit neuen Lesegeräten

Bevor die Krankenkassen im Oktober 2011 mit der Ausgabe der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) beginnen, müssen sich die niedergelassenen Ärzte und Zahnärzte mit den entsprechenden Kartenlesegeräte ausrüsten. Die alten Lesegeräte (außer MKT – Multifunktionale Kartenterminals) können den neuen Prozessorchip der eGK definitiv nicht auslesen. Alle neuen stationären und mobilen Lesegeräte können hingegen die "alte" Krankenversicherungskarte lesen. Sie können also die neuen Geräte nach ihrer Anschaffung sofort verwenden, unabhängig davon, wie weit die eGK-Einführung zu diesem Zeitpunkt schon fortgeschritten ist.

Kostenerstattung

Die Praxen erhalten für die Anschaffung und Installation der neuen Lesegeräte eine Kostenpauschale von ihrer KV. Damit entstehen den Ärzten durch die Einführung der eGK grundsätzlich keine zusätzlichen Kosten.

Wichtig: Die KVen beschaffen keine Lesegeräte. Die Lesegeräte-Beschaffung ist Aufgabe jeder einzelnen Praxis. Die KVen erstatten lediglich die angegebenen Kostenpauschalen, die sie später mit den Kassen abrechnen. Dazu muss die Praxis aber innerhalb der angegebenen Frist einen entsprechenden Antrag stellen

Der Erstattungszeitraum hat am 1. April 2011 begonnen und endet am 30. September 2011. Das bedeutet, dass der Antrag der Praxis bis spätestens 30. September bei Ihrer KV eingegangen sein muss. Nur dann darf die KV die Pauschale auszahlen. Über das genaue Verfahren und mögliche Ausnahmen informiert jede KV.

Die Finanzierungsvereinbarung gilt nur für Vertragsärzte/Vertrags-Psychologen, ermächtigte Ärzte und ermächtigte Institutionen. Das bedeutet im Umkehrschluss: Privatärzte, die am Notdienst teilnehmen, haben keinen Anspruch auf die Pauschalen.

Pauschalen

Die Pauschalen für alle Regionen Deutschlands (ohne Nordrhein) sind zwischen dem GKV-Spitzenverband und der KBV am 12.11.10 in einer Finanzierungsvereinbarung festgelegt worden.

  • Pauschale für stationäres Lesegerät (eHEalth-BCS-Kartenterminals) je BSNR (Betriebsstättennummer) bzw. NBSNR (Nebenbetriebstättennummer) = 355 €
  • Installationspauschale je BSNR bzw. NBSNR = 215 €
  • Pauschale für mobiles Lesegerät (MobileKT), sofern die Bedingungen für die Kostenerstattung eines mobilen Lesegerätes erfüllt werden (z.B. Hausbesuche, Anästhesisten, die Fremdpraxen aufsuchen) je Leistungserbringer = 280 €.

Diesen Pauschalen liegt ein Durchschnittspreis zu Grunde. Beschafft sich eine Praxis ein Gerät über dem Durchschnittspreis, muss sie den Differenzbetrag bis zum tatsächlichen Preis des Gerätes selbst tragen. Liegt der Lesegerätepreis unterhalb der festgesetzten Pauschale, darf die Praxis den Differenzbetrag behalten.

Beim Erwerb der neuen Lesegeräte zu beachten:

Nur zertifizierte Lesegeräte werden erstattet.
Die Finanzierungsvereinbarung gilt nur für Geräte, die von der Betreibergesellschaft gematik zertifiziert wurden.
Aktuelle Übersicht über die zugelassenen stationären und mobilen Kartenleser

Das Lesegerät muss mit Ihrer Praxissoftware kompatibel sein.
Erkundigen Sie sich vor dem Kauf, welche zertifizierten Lesegeräte Ihre Praxissoftware unterstützt.
Kompatibilitätsliste

Ihre Praxissoftware benötigt ein Update, damit Sie die eGK mit dem neuen Terminal einlesen können.
In der Regel ist dieses Update bereits erfolgt. Genaue Auskunft erhalten Sie bei Ihrem Software-Anbieter.

Checklisten für die Beschaffung stationärer und mobilder Lesegeräte