Bald eigenständiges DMP für Patienten mit Herzinsuffizienz möglich

(28.08.18) In Zukunft soll die Behandlung von Patienten mit Herzinsuffizienz in einem eigenen Disease-Management-Programm (DMP) möglich sein. Der entsprechenden Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) ist jetzt in Kraft getreten. Die Kassenärztlichen Vereinigungen können nun mit den Krankenkassen regionale Verträge zu dem neuen DMP abschließen. Erst danach kann das Programm starten.

Bislang war die Behandlung von Herzinsuffizienz in einem Modul im DMP Koronare Herzkrankheit (KHK) verankert. "Damit konnten wir nur diejenigen Patienten erreichen, die in ein DMP zu koronarer Herzkrankheit eingeschrieben waren", sagte Regina Klakow-Franck, unparteiisches Mitglied und Vorsitzende des Unterausschusses DMP im April 2018 anlässlich der Vorstellung des GBA-Beschlusses. Die Diagnose einer chronischen Herzinsuffizienz werde demografiebedingt jedoch immer häufiger. Zudem seien Patienten mit Herzinsuffizienz überwiegend älter und in hohem Maße mehrfacherkrankt. "Diesem Versorgungsbedarf wollen wir nun mit einem eigenständigen DMP Herzinsuffizienz gerecht werden", so Klakow-Franck.

Körperliche Bewegung dauerhaft in Alltag integrieren

Nach Angaben des GBA richten die therapeutischen Maßnahmen den Fokus darauf, regelmäßige tägliche körperliche Bewegung dauerhaft in den Alltag zu integrieren. Weiterhin geht es um die Aufnahme einer angemessenen täglichen Flüssigkeitsmenge und die Reduktion beziehungsweise Abstinenz von Alkohol und Nikotin. Das DMP Herzinsuffizienz enthält zudem allgemeine und spezifische Empfehlungen zur medikamentösen Therapie und zur Berücksichtigung bestimmter Begleiterkrankungen wie beispielsweise Depression und Niereninsuffizienz.

"Das neue DMP Herzinsuffizienz geht insbesondere auf die besonderen Aspekte bei Komorbidität ein", sagte Klakow-Franck. Die Patienten sollen außerdem dabei unterstützt werden, Warnsignale des eigenen Körpers, beispielsweise eine rasche Gewichtszunahme durch Wasseransammlungen im Gewebe, frühzeitiger zu erkennen, um Dekompensationen der Erkrankung und stationäre Aufenthalte zu vermeiden.

Hintergrund: Chronische Herzinsuffizienz

Als chronische Herzinsuffizienz wird die Unfähigkeit des Herzens bezeichnet, den Organismus mit ausreichend Blut und damit mit genügend Sauerstoff zu versorgen, um den Stoffwechsel unter Ruhe- wie unter Belastungsbedingungen zu gewährleisten. Charakteristisch sind die Funktionsstörung der Herz- und Skelettmuskulatur sowie der Nieren.

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