Keratokonus: Hornhautvernetzung wird Kassenleistung

(07.09.18) Für Patienten mit der Augenerkrankung Keratokonus steht künftig die UV-Vernetzung mit Riboflavin als neue Behandlungsoption zur Verfügung. Diese Therapie soll eine Hornhauttransplantation verzögern oder vermeiden. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) beschlossen. Der Keratokonus gilt als seltene Erkrankung. Der GBA zufolge liegt die Prävalenz etwa bei 0,0005 Prozent. Das heißt, in Deutschland ist einer von 2.000 Menschen von dieser Augenerkrankung betroffen.

GBA-Vorgaben: Unter welchen Bedingungen soll eine Hornhautvernetzung angewendet werden?

Dem GBA-Beschluss zufolge dürfen Ärzte die UV-Vernetzung bei Patienten mit Keratokonus und subjektiver Sehverschlechterung angewendet werden, sobald ein Fortschreiten der Erkrankung diagnostiziert wurde.

Eine solche Progredienz liegt dann vor, wenn innerhalb von zwölf Monaten entweder

  • eine Zunahme der maximalen Hornhautbrechkraft um mindestens eine Dioptrie,
  • eine Zunahme des durch die subjektive Refraktion bestimmten Astigmatismus um mindestens eine Dioptrie oder eine
  • Abnahme der Basiskurve der bestsitzenden Kontaktlinse um mindestens 0,1 Millimeter festgestellt wurde
  • und die mittels Hornhauttomographie bestimmte Hornhautdicke an der dünnsten Stelle bei Beginn der Bestrahlung mindestens 400 Mikrometer beträgt.

Das Bundesgesundheitsministerium muss den Beschluss des GBA zunächst prüfen, bevor er in Kraft treten kann. Danach hat der Bewertungsausschuss sechs Monate Zeit, um über die Vergütung der diagnostischen und therapeutischen Leistungen zu verhandeln. Danach können Patienten diese Leistung erhalten.

Keratokonus: Verlauf und Therapie

Der Keratokonus ist eine degenerative Erkrankung der Hornhaut des Auges. Sie beginnt meist im Jugend- oder frühen Erwachsenenalter. Die Erkrankung führt meist an beiden Augen zu einer kegelförmigen Verformung der Hornhaut, was mit einer Trübung und Verdünnung der Hornhaut einhergeht und zu einer zunehmenden Sehverschlechterung führt. Im Verlauf kommt es zu einer zunehmenden Hornhautverkrümmung. Typische Symptome sind das Sehen von Lichtringen um Leuchtquellen ("Halos"), sowie das Doppeltsehen von Gegenständen mit einem Auge.

Mit fortschreitender Erkrankung kann eine Hornhauttransplantation notwendig werden. Durch Einsatz der UV-Vernetzung soll diese verzögert oder vermieden werden. Bei der UV-Vernetzung wird die Hornhaut zunächst mit Riboflavin (Vitamin B2) beträufelt. Anschließend soll durch Ultraviolett-Strahlung eine Stabilisierung der Hornhautfibrillen erreicht werden, um das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten.

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