Verordnung von Hilfsmitteln

Ärzte können Hilfsmittel verordnen, sofern sie im Hilfsmittel-Verzeichnis des GKVSpitzenverbandes gelistet sind. Dafür ist die Nutzung bestimmter Vordrucke vertraglich vereinbart.

Die Vertragspartner legen im Bundesmantelvertrag Ärzte fest, welche Vordrucke niedergelassene Ärzte bei ihrer Arbeit verwenden. Die Vordrucke für die vertragsärztliche Versorgung gelten inhaltlich und gestalterisch einheitlich im gesamten Bundesgebiet.

Für die Verordnung von Arznei-, Verband- und Hilfsmitteln ist das Muster 16 - Arzneiverordnungsblatt - vorgesehen. Auf dem Arzneiverordnungsblatt können Ärzte bis zu drei verschiedene Produkte verschreiben. Das Rezept ist in der Regel zuzahlungspflichtig, in machnen Fälle ist auch eine Genehmigung durch die Krankenkasse notwendig. Für die Verschreibung von Seh- und Hörhilfen gelten eigene Formblätter (Muster 8 beziehungsweise 8A und Muster 15). 

Zur Vereinbarung über Vordrucke für die vertragsärztliche Versorgung

  • Arzneiverordnungsblatt

    Für die Verschreibung von Hilfsmittel ist Muster 16 vorgesehen (PDF, Stand: 01.07.08)

    Erläuterungen zu Muster 16:
    1. Der Vertragsarzt darf nur Arzneiverordnungsblätter verwenden, die diejenige Betriebsstätten-Nummer in der Codierleiste enthalten, an deren zugehöriger Betriebsstätte er die jeweilige Leistung erbracht hat. Wurde im Personalienfeld die Arzt-Nummer bereits eingedruckt, ist eine aushilfsweise Weitergabe des gekennzeichneten Vordrucks an einen anderen Vertragsarzt nicht statthaft.
    2. Auf dem Arzneiverordnungsblatt können bis zu drei verschiedene Arznei- und Verbandmittel sowie Hilfsmittel mit Ausnahme von Seh- und Hörhilfen verordnet werden. Für die zeitgleiche Verordnung von Arznei- und Hilfsmitteln sind getrennte Verordnungsblätter zu verwenden.
    3. Betäubungsmittel dürfen auf Grund der Betäubungsmittel-Verschreibungs-Verordnung vom 16. Dezember 1981 nur auf einem dreiteiligen amtlichen Formblatt verordnet werden.
    4. Werden für freiwillig Versicherte, die die Kostenerstattung durch eine gesetzliche Krankenkasse in Anspruch nehmen wollen, Mittel verordnet, die zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnungsfähig sind, ist das Muster 16 zu verwenden, die Angabe des Namens der Krankenkasse und das Krankenkassen-IK zu streichen und stattdessen das Wort "Kostenerstattung" einzutragen. Für die Verordnung von Mitteln und Maßnahmen, die nicht zur Behandlung des Patienten notwendig sind oder die nicht in die Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherung fallen, ist ein Privatrezept zu verwenden (zum Beispiel für empfängnisverhütende Mittel für Versicherte, die das 20. Lebensjahr vollendet haben).
    5. Grundsätzlich ist von der Gebührenpflichtigkeit der Verordnung auszugehen und das Feld "Geb.-pfl." anzukreuzen. Das Feld "Gebühr frei" ist nur anzukreuzen
    • bei Versicherten, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben,
    • wenn Arznei-und Verbandmittel bei Schwangerschaftsbeschwerden oder im Zusammenhang mit der Entbindung verordnet werden,
    • bei Verordnungen zu Lasten eines Unfallversicherungsträgers,
    • sowie in den Fällen, in denen eine Befreiung von der Zuzahlungspflicht (zum Beispiel eine Härtefallregelung) nachgewiesen wird.
    6. Der Vertragsarzt hat für die Verordnung von Arzneimitteln im Rahmen der Erbringung von Leistungen nach Paragraf 27a SGB V (Künstliche Befruchtung) auf dem Verordnungsblatt die Information "Verordnung nach Paragraf 27a SGB V" anzugeben.
    7. Wird das Arzneimittel innerhalb der Zeiten gemäß Paragraf 6 Arzneimittelpreisverordnung (Notdienst) abgeholt, so hat der Patient eine Gebühr (2,50 Euro) zu zahlen, sofern der Arzt nicht einen entsprechenden Vermerk (noctu) anbringt.
    8. Wenn eine Verordnung zu Lasten eines Unfallversicherungsträgers ausgestellt wird, so sind neben der Bezeichnung des zuständigen Unfallversicherungsträgers auch Unfalltag und Unfallbetrieb (gegebenenfalls die Kindergarten, die Schule oder Hochschule) in den dafür vorgesehenen Feldern anzugeben. Weiterhin ist das Ankreuzfeld "Arbeitsunfall" zu kennzeichnen. Erfolgt die Beschriftung des Patientenfeldes mittels elektronischer Gesundheitskarte, so ist unbedingt die Kostenträgerkennung zu streichen.
    9. Bei Verordnungen für Anspruchsberechtigte nach dem Bundesentschädigungsgesetz (BEG) ist, wie bei Anspruchsberechtigten nach dem Bundesversorgungsgesetz das Feld 6 (BVG) zu kennzeichnen.
    10. Will der Vertragsarzt zu einer Verordnung ausschließen, dass die Apotheken ein preisgünstiges, wirkstoffgleiches Arzneimittel an Stelle des verordneten Mittels abgeben, hat er den Ausschluss durch Ankreuzen des Aut-idem-Feldes auf dem Verordnungsblatt kenntlich zu machen. Hinweis: Andernfalls kann eine Substitution erfolgen nach den Bestimmungen des zwischen dem Spitzenverband Bund der Krankenkassen und dem Deutschen Apothekerverband getroffenen Rahmenvertrages nach Paragraf 129 SGB V in der jeweils geltenden Fassung.
    11. Bei der Verordnung von Rezepturen darf grundsätzlich nur die Vorderseite des Vordrucks benutzt werden. Pro Rezeptur ist ein Verordnungsblatt zu verwenden. Rezepturen zur parenteralen Anwendung können dabei für den Bedarf bis zu einer Woche verordnet werden, soweit die einzeln anzuwendenden Zubereitungen nach Art und Menge identisch sind (zum Beispiel Infusionsbeutel). Aus Fertigarzneimitteln entnommene, patientenindividuelle Teilmengen - insbesondere Wochenblister - können im Rahmen einer Dauermedikation für den Bedarf bis zu vier Wochen verordnet werden.
    12. Bei der Verordnung von Arznei-, Verband- und Hilfsmitteln sind folgende Sonderkennzeichnungen auf dem Verordnungsblatt vorzunehmen:
    • Bei der Verordnung von Impfstoffen im Rahmen der gültigen Impfvereinbarung ist das Feld 8 durch Eintragen der Ziffer 8 zu kennzeichnen.
    • Bei der Verordnung von Hilfsmitteln ist das Feld 7 durch Eintragen der Ziffer 7 zu kennzeichnen.
    • Bei der Verordnung von Arznei- und Verbandmitteln des Sprechstundenbedarfs ist das Feld 9 durch Eintragen der Ziffer 9 zu kennzeichnen.
    • Bei der Verordnung von Hilfsmitteln des Sprechstundenbedarfs ist das Feld 9 durch Eintragen der Ziffer 9 und das Feld 7 durch Eintragen der Ziffer 7 zu kennzeichnen.
    • Bei der Verordnung von Impfstoffen des Sprechstundenbedarfs ist das Feld 8 durch Eintragen der Ziffer 8 und das Feld 9 durch Eintragen der Ziffer 9 zu kennzeichnen.
    13. Änderungen und Ergänzungen von Verordnungen von Arznei-, Verband- und Hilfsmitteln bedürfen einer erneuten Arztunterschrift mit Datumsangabe.
    14. Beim Ausfüllen des Vordruckes ist darauf zu achten, dass keine Leerräume verbleiben oder entstehen, die für Manipulationen benutzt werden können. Um zu vermeiden, dass unbefugterweise noch weitere Arzneiverordnungen (insbesondere mit Suchtpotenzial) hinzugefügt werden können, hat der Vertragsarzt seine Unterschrift unmittelbar unter die letzte Verordnung auf das Arzneiverordnungsblatt zu setzen.
    15. Die Abrechnungsfelder im rechten oberen Teil des Rezeptes (Apotheken-Nummer, Zuzahlung, Gesamtbrutto, Arzneimittel-/Hilfsmittel-Nummer, Faktor, Taxe) werden von der abgebenden Stelle (Apotheke, Sanitätshaus) ausgefüllt.
    16. Es ist darauf zu achten, dass der Vertragsarztstempel im Verordnungsfeld an der dafür vorgesehenen Stelle abgedruckt wird und eine Überstempelung weder in das darüber liegende noch in das darunter liegende Feld erfolgt. Andenfalls ist eine maschinelle Lesung dieser Felder nicht möglich.
    17. Das Feld "Begründungspflicht" ist zurzeit nicht besetzt und wird vorerst zur Kennzeichnung von zahnärztlichen Verordnungen verwendet.

    Die Erläuterungen gelten ab 1. Januar 2016.
  • Verordnung von Sehhilfen

    Für die Verordnung von Sehhilfen ist Muster 8 vorgesehen (PDF, Stand: 01.07.08). Für die Verordnung von vergrößernden Sehhilfen gilt Muster 8A (PDF, Stand: 01.07.08)

    Erläuterungen zu den Mustern 8 und 8A:
    1. Auf dem Verordnungsblatt ist durch Ankreuzen zu kennzeichnen, ob die Verordnung einer Sehhilfe auf Grund eines Unfalls oder eines Versorgungsleidens (BVG) notwendig ist.
    2. Für Versicherte, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, ist eine Sehhilfe zur Verbesserung der Sehschärfe verordnungsfähig, wenn sie aufgrund ihrer Sehschwäche oder Blindheit, entsprechend der von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Klassifikation des Schweregrades der Sehbeeinträchtigung, auf beiden Augen eine schwere Sehbeeinträchtigung mindestens der WHO-Stufe 1 aufweisen. Diese liegt vor, wenn die Sehschärfe (Visus) bei bestmöglicher Korrektur mit einer Brillen- oder möglichen Kontaktlinsenversorgung auf dem besseren Auge maximal 0,3 beträgt. Maßgeblich hierfür ist der Fernvisus. In Fällen, in denen eine vergrößernde Sehhilfe (Muster 8A) verordnet wird, ist der Wert des bestkorrigierten Fernvisus für das rechte und linke Auge unter Angabe der verwendeten Sehhilfe (Brille und/oder Kontaktlinse) und der benötigte Vergrößerungsbedarf anzugeben.
    3. Eine therapeutische Sehhilfe ist verordnungsfähig, wenn diese der Behandlung von Augenverletzungen oder Augenerkrankungen (die als zugelassene Indikationen in den Hilfsmittelrichtlinien unter Punkt 60 aufgeführt sind) dient.
    4. Für Versicherte, die das 14. Lebensjahr vollendet haben, besteht ein erneuter Anspruch auf Versorgung mit Sehhilfen zur Verbesserung der Sehschärfe nur bei einer Änderung der Sehfähigkeit um mindestens 0,5 Dioptrien. Bei Kurzsichtigkeit ist eine Verordnung auch dann möglich, wenn sich mit den Folgegläsern eine Verbesserung der Sehschärfe um mindestens 20 Prozentpunkte erzielen lässt. Bei gegebener Indikation zur Versorgung mit therapeutischen Sehhilfen ergibt sich die Notwendigkeit zur Wiederversorgung aus dem Erkrankungsverlauf beziehungsweise Behandlungskonzept.
    5. Der Vertragsarzt hat auf dem Verordnungsblatt anzukreuzen,
    • ob es sich um eine Erst- oder Folgeversorgung handelt,
    • welche Änderung im Hinblick auf die oben genannten Grenzen festgestellt wurden,
    • ob eine Sehbeeinträchtigung mindestens der Stufe 1 WHO-Klassifikation vorliegt.
    Hier sind keine Angaben notwendig, wenn Kinder und Jugendliche (bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres) zu versorgen sind beziehungsweise wenn es sich bei der Verordnung um therapeutische Sehhilfen handelt.
    6. Die Felder "Reparatur" und "Ersatz" sind anzukreuzen, wenn eine Reparatur notwendig ist oder eine Ersatzbeschaffung nach Abschnitt E der Hilfsmittel-Richtlinien möglich ist.
    7. Bei der Versorgung von Sehhilfen (Muster 8) ist die Menge und Art der Verordnung anzugeben. Hier sind auch Angaben zu besonderen Gläsern/Sehhilfen zu machen. Dabei ist die genaue Bezeichnung der Verordnung (zum Beispiel Bifokal-, Lichtschutz-, Kunststoffgläser) oder zu anderen Sehhilfen (zum Beispiel Kontaktlinsen) anzugeben.
    8. Bei der Versorgung von vergrößernden Sehhilfen (Muster 8A) ist die Menge und Art der Verordnung mit genauer Bezeichnung (zum Beispiel elektronisch vergrößernde Sehhilfe, Lupen, Lupenbrillen, Fernrohrlupenbrillen) anzugeben.
    9. Unter Diagnose / Begründung ist gemäß Abschnitt E der Hilfsmittel-Richtlinien für die Verordnung von Sehhilfen anzugeben, welche Indikation der Verordnung zu Grunde liegt und die Begründung für die Art der Sehhilfenverordnung (zum Beispiel Lichtschutzgläser bei Aniridie). Bei Keratokonus sind zusätzlich mindestens die zentralen Hornhautradien anzugeben. Bei einer Verordnung von vergrößernden Sehhilfen (Muster 8A) ist die Notwendigkeit einer binocularen Versorgung zu begründen.

    Die Erläuterungen gelten seit dem 1. Januar 2016.
  • Verordnung einer Hörhilfe

    Für die ohrenärztliche Verordnung einer Hörhilfe ist Muster 15 vorgesehen (PDF, Stand: 01.07.08).

    Erläuterungen zum Muster 15:
    1. Die Verordnung einer Hörhilfe beziehungsweise Tinnitusmasker / Tinnitusinstrument erfolgt grundsätzlich unter Verwendung des Musters 15.
    2. Die Verordnung setzt eine tonaudiometrische und auch eine sprachaudiometrische Untersuchung voraus. Bei Verordnung eines Tinnitusmaskers sind die Frequenz und die Verdeckbarkeit mit zu bestimmen. Die Verordnung von Hörhilfen beziehungsweise Tinnitusmasker / Tinnitusinstrument darf nur von solchen Vertragsärzten vorgenommen werden, die in der Lage sind, die erforderlichen ton- und sprachaudiometrischen Befunde vollständig zu erheben und die entsprechende Indikationsstellung vorzunehmen. Es ist nicht statthaft, hiermit Hörgeräteakustiker zu beauftragen und dann entsprechend deren Angaben das Ausfüllen des Musters 15 vorzunehmen.
    3. Der Vertragsarzt hat auf dem Verordnungsblatt anzukreuzen, ob es sich um eine Erst- oder Nachversorgung handelt. Eine Nachversorgung ist zu begründen.
    4. Bei Verordnung von Hörhilfen beziehungsweise Tinnitusmasker / Tinnitusinstrument ist durch Ankreuzen kenntlich zu machen, ob die Versorgung rechts, links oder beidseitig notwendig ist.
    5. Auf dem Verordnungsblatt ist durch Ankreuzen zu kennzuzeichnen, ob die Versorgung mit einer Hörhilfe aufgrund eines Unfalls, aufgrund von Unfallfolgen oder wegen eines Versorgungsleidens (BVG) notwendig ist.
    6. Der Vertragsarzt hat sich nach Anpassung der verordneten Hörhilfe davon zu überzeugen, dass durch die vorgeschlagene Hörhilfe eine ausreichende Hörverbesserung erzielt wird und auf dem Vordruck zu bestätigen, dass das Gerät zweckmäßig ist. Der Vertragsarzt hat sich bei der Versorgung mit einem Tinnitusmasker / Tinnitusinstrument von der ausreichenden Zweckmäßigkeit für den Versicherten zu überzeugen und dies auf dem Vordruck zu bestätigen.

    Die Erläuterungen gelten seit dem 1. Januar 2016.
  • Verordnung von Glukosemesssystemen