Beginn der Disease-Management-Programme

Den Anstoß für die Entwicklung von Disease-Management-Programmen gab das Gutachten 2000/2001 des Sachverständigenrates für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen (heute: Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen). Die Experten konstatierten eine erhebliche Über-, Unter- und Fehlversorgung bei der Behandlung chronisch Kranker in Deutschland - Folge der überwiegenden Konzentration auf die Behandlung akuter Beschwerden und der mangelnden Koordinierung und Kontinuität der Betreuung speziell für chronisch kranke Patienten. Der Sachverständigenrat empfahl daher die Einführung von leitliniengestützten Versorgungsansätzen wie Disease-Management-Programmen nach bundesweit einheitlichen Standards.

Der Gesetzgeber griff diese Empfehlungen auf und schuf im Jahr 2002 mit einer Ergänzung des Sozialgesetzbuches V und mit dem Gesetz zur Reform des Risikostrukturausgleiches in der gesetzlichen Krankenversicherung die Voraussetzungen für die Entwicklung der DMP der gesetzlichen Krankenkassen.

Der damals zuständige "Koordinierungsausschuss" (heute: Gemeinsamer Bundesausschuss) wurde beauftragt, geeignete Krankheiten auszuwählen und die Anforderungen an die DMP zu formulieren. Dabei musste ein Konsens zwischen Vertretern von Krankenkassen, Ärzten und Krankenhäusern hergestellt werden.

Die Beteiligten einigten sich zunächst auf die Grundlagen für die DMP Diabetes mellitus Typ 2 und Brustkrebs. Die ersten Programme zu diesen beiden Indikationen starteten 2003, gefolgt von DMP zu koronarer Herzkrankheit (ab 2004), Diabetes mellitus Typ 1 (ab 2005) sowie Asthma bronchiale und chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen (ab 2006). Die AOK hat von Anfang an eine führende Rolle bei der Entwicklung und Einführung der DMP gespielt.