Wirtschaftliche Verordnung von Verbandmitteln

In der Versorgung mit Verbandmitteln sorgt eine schier unüberschaubare Menge an Produkten für Unsicherheit in der Verordnung. Grundsätzlich gilt, dass nur in der akuten Erstversorgung Verbandmittel aus dem Sprechstundenbedarf (SSB) eingesetzt werden dürfen. In der Versorgung chronischer Wunden sind Verbandstoffe auf Muster-16 ohne Diagnoseangabe zu verordnen. Die Verordnungskosten fließen in das Arzneimittel-Richtwertvolumen mit ein

Grundregeln zur wirtschaftlichen Verordnungsweise von Verbandmitteln

Die Versorgung chronischer Wunden im ambulanten Bereich umfasst die Diagnostik, Behandlung und Dokumentation. Folgende allgemeine Hinweise zur wirtschaftlichen Verordnung empfehlen sich:

  • Die feuchte Wundbehandlung ist nach dem heutigen Kenntnisstand die optimale Behandlung chronischer Wunden und ermöglicht darüber hinaus längere Verbandwechselintervalle, so sind trotz höherer Materialkosten Einsparungen möglich.
  • Die vom Hersteller angegebenen Empfehlungen (z.B. zum Verbandwechselintervall) sollten eingehalten werden.
  • Silberhaltige Wundauflagen sollten möglichst restriktiv und nicht länger als drei Wochen eingesetzt werden.
  •  Eine Versorgung mit Artikeln des Sprechstundenbedarfs (SSB) ist nur bei einer akuten Erstversorgung möglich.

Grundsätze Verbandmittelpreisgestaltung

Verbandmittel besitzen variable Verkaufspreise und berechnen sich auf Grundlage des Apotheken-Einkaufspreises (AEK), der in den Daten der ABDATA hinterlegt ist. Auf Grundlage des AEK wurde für die Versorgung der Versicherten der AOK Baden-Württemberg mit Lieferanten (z.B. Apotheken, medizinischer Fachhandel) Abrechnungspreise für Verbandmittel in Anlage 5.1 des Arzneiversorgungsvertrags (AVV) geregelt.

Seit 2018 werden Preise von Verbandmitteln auch in der Praxisverwaltungssoftware dargestellt. Darüber hinaus stellt die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) zur Orientierung eine regelmäßig aktualisierte Preisliste von Verbandmitteln zu Verfügung, die aus Sicht der KVBW zu einer wirtschaftlichen Verordnungsweise beiträgt.

Der Beitrag der AOK Baden-Württemberg zur wirtschaftlichen Versorgung

Zur Erschließung von Wirtschaftlichkeitsreserven in der Versorgung von Versicherten der AOK Baden-Württemberg mit Verbandmitteln zur konventionellen und modernen Wundversorgung werden Verträge mit Anbietern geschlossen, die im eigenen Namen Verbandmittel in den Verkehr bringen.

Von unseren nachfolgend aufgelisteten Vertragspartnern wird ein Abschlag in Höhe von 23 Prozent vom Apotheken-Einkaufspreis auf das gesamte eigene, Verbandmittelsortiment  gewährt, wenn die Verbandmittel auf Namen des Versicherten verordnet werden. Die Auflistung der Vertragspartner kann jederzeit zu einem Monatsersten um weitere Partner ergänzt werden. Daher ist es ratsam, sich regelmäßig über die Vertragspartner und deren Sortiment zu informieren.

VertragspartnerVertragsstart
Praxicon GmbH01.03.2020