AOK-Hausarztvertrag in Baden-Württemberg: 1.000 VERAHmobil übergeben

(28.03.19) Es fährt und fährt und fährt: Das VERAHmobil ist aus dem Straßenbild im Südwesten kaum noch wegzudenken. In Biberach an der Riß wurde jetzt bereits das 1.000. Fahrzeug ausgeliefert. Seit 2013 unterstützt der innovative Service landesweit die am AOK-Hausarztvertrag teilnehmenden Praxen insbesondere bei der Versorgung chronisch kranker Patienten. Speziell geschulte Medizinische Fachangestellte, sogenannte Versorgungsassistentinnen in der Hausarztpraxis (VERAHs), führen pro Jahr mit dem VERAHmobil etwa hunderttausend Routinehausbesuche durch und entlasten so den Hausarzt.

Ein Ende der mobilen Erfolgsstory ist nicht abzusehen. Mittlerweile wird der kleine Flitzer sogar in drei weitere Bundesländer exportiert.

In unserer Gesellschaft des langen Lebens nehmen chronische Krankheiten und vor allem Mehrfacherkrankungen kontinuierlich zu. Die drei Vertragspartner des bundesweit ersten Vertrages zur hausarztzentrierten Versorgung (HZV) setzten deshalb von Anfang an auf die Stärkung von Teamwork-Strukturen, um die wohnortnahe ambulante Versorgung zu verbessern und dauerhaft zu sichern.

Dafür stehen in den Praxen neben 5.000 Haus- und Kinderärzten über 2.200 VERAHs. Sie übernehmen ärztlich delegierbare Aufgaben wie das Medikamenten- und Wundmanagement oder regelmäßige Routine-Hausbesuche. Die HZV-Praxen können für ihre VERAH zu Sonderkonditionen einen Kleinwagen (VW up!) in unterschiedlichen Ausführungen leasen. Eines der ersten Fahrzeuge erhielt die Hausarztpraxis von Dr. Frank-Dieter Braun in Biberach, in der über 80 Prozent seiner 1.400 Patienten an der HZV teilnehmen. „Ein Ziel des Angebots ist, die Versorgung, insbesondere in ländlichen Gebieten, weiter zu verbessern. Aus meiner eigenen Erfahrung und dem Feedback vieler Kollegen und Kolleginnen kann ich bestätigen, dass das VERAHmobil hierzu einen wichtigen Beitrag leistet und den Hausarzt deutlich entlastet“, freut sich Braun, der auch 2. Vorsitzender des Hausärzteverbandes in Baden-Württemberg ist.

Jetzt sind in seiner Praxis sogar zwei VERAHmobile im Einsatz, denn heute (26. März 2019) erhielt VERAH Christina Merk den Schlüssel für das landesweit 1.000. VERAHmobil. Ihre Kollegin Stefanie Deubel ist bereits seit sechs Jahren regelmäßig damit unterwegs: „Meine Tätigkeit erfährt dadurch eine deutliche Aufwertung in der Außenwirkung und auch innerhalb des Praxisteams. Und durch den Leasing-Vertrag mit der Arztpraxis sind die Hausbesuchsfahrten auch rechtlich abgesichert“. Dabei geht es nicht nur um Blutdruckmessen und Medikamentenkontrolle. Der Hausbesuch verrät viel mehr und gibt einen genauen Einblick in das Leben der Patienten. Erfahrene VERAHs erkennen so aufgrund ihrer Ausbildung und Erfahrung, ob jemand depressiv oder dement ist oder eine Fallneigung besteht.

Auch Hans-Joachim Seuferlein, stellvertretender Geschäftsführer der AOK Bezirksdirektion Ulm-Biberach, ist davon überzeugt, dass vor allem ältere chronisch Kranke von der umfangreichen Betreuung in den eigenen vier Wänden profitieren. „Diese Patientengruppe benötigt eine intensive Versorgung und stellt mit 60 Prozent die Mehrheit der über 1,6 Millionen Teilnehmer am AOK-HausarztProgramm.“

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