Richtgrößenprüfungen in Baden-Württemberg angepasst

(15.02.17) Seit 2017 gibt es für niedergelassene Ärzte in Baden-Württemberg keine Richtgrößenprüfung mehr für Arzneimittel. Das haben die Vertragspartner auf Landesebene in der neuen Prüfvereinbarung und Richtwerteprüfung 2017 vereinbart. Künftig erhalten die Ärzten zu Beginn eines jeden Jahres einen sogenannten praxisindividuellen Richtwert zugeteilt. Damit wird die praxisindividuelle Morbidität der Patienten einer spezifischen Praxis berücksichtigt.

"Dass wir auf eine wirtschaftliche Verordnung Wert legen müssen, ist klar", sagte der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Christopher Hermann im Deutschen Ärzteblatt. Schließlich verordneten die Ärzte jedes Jahr Arzneimittel mit Kosten in Milliardenhöhe. "Gleichwohl waren wir gerne bereit, die Vorschläge der Ärzteschaft aufzunehmen, wie das System verändert und gerechter gestaltet werden kann. Die jetzt vereinbarte Systematik trägt dem Gebot der Wirtschaftlichkeit Rechnung, und sie verbessert gleichzeitig die Qualität der Versorgung", so Hermann.

Für das Jahr 2017 gilt außerdem einmalig ein garantiertes praxisindividuelles Richtwertvolumen, welches dem Arzt auch bei geringerer Morbidität seiner Praxis in jedem Fall zur Verfügung steht.