Neue Leistungen zur Vermeidung von Karies bei Kleinkindern

(31.01.19) Zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen können zukünftig bereits ab dem 6. Lebensmonat wahrgenommen werden. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) vor Kurzem entschieden. Bisher sind diese Untersuchungen erst für Kinder ab dem 3. Lebensjahr vorgesehen. Ziel der Maßnahme ist es, das Auftreten von frühkindlicher Karies zu verringern.

Konkret besteht nun zwischen dem 6. und 34. Lebensmonat ein neuer Anspruch auf drei Früherkennungsuntersuchungen. Diese sind zeitlich auf die U-Untersuchungen abgestimmt. Kinder zwischen dem 34. Lebensmonat und dem vollendeten 6. Lebensjahr haben weiterhin unverändert Anspruch auf drei zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen. Im Rahmen der neu eingeführten Früherkennungsuntersuchungen vor dem 34. Lebensmonat soll die Zahnärztin oder der Zahnarzt die Betreuungspersonen beispielsweise auch über die Ursachen von Erkrankungen im Mund aufklären und in der Anamnese die Anwendung von Fluoridierungsmitteln wie Zahnpasta erfragen.

Auftragen von Fluoridlack wird ausgedehnt

Darüber hinaus wird auch das Auftragen von Fluoridlack zur Zahnschmelzhärtung ausgedehnt. Dies wird für Kinder zwischen dem 6. und 34. Lebensmonat Kassenleistung. Fluoridlack wird direkt auf den Zahn aufgetragen, um den Zahnschmelz zu härten und das Entstehen und Fortschreiten von Karies zu verhindern. Der neue Anspruch besteht nach G-BA-Angaben zweimal je Kalenderhalbjahr, unabhängig davon, ob bei den Kindern eine (initial-)kariöse Läsion vorliegt.

Kinder zwischen dem 34. Lebensmonat und dem vollendeten 6. Lebensjahr haben weiterhin unverändert Anspruch auf Fluoridierung bei hohem Kariesrisiko.

Der Beschluss wird dem Bundesministerium für Gesundheit zur Prüfung vorgelegt und tritt nach Nichtbeanstandung und Veröffentlichung im Bundesanzeiger, frühestens jedoch am 1. Juli 2019, in Kraft. Neue Leistungen können erst dann erbracht werden, wenn der Bewertungsausschuss über die Höhe der Vergütung im Einheitlichen Bewertungsmaßstab für zahnärztliche Leistungen (BEMA) entschieden hat.

Früherkennung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten bei Kindern

Kinder zwischen dem 3. und vollendeten 6. Lebensjahr haben gemäß den derzeit geltenden Richtlinien über die Früherkennungsuntersuchungen auf Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten Anspruch auf drei zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen. Zum Leistungsumfang gehört insbesondere, dass die Zahnärztin oder der Zahnarzt die Mundhöhle untersucht, das Kariesrisiko des Kindes einschätzt, zu Ernährungsrisiken durch zuckerhaltige Speisen und Getränke und zur richtigen Mundhygiene berät und gegebenenfalls fluoridhaltige Zahnpasta zur Schmelzhärtung empfiehlt. Bei hohem Kariesrisiko können die Zähne des Kindes ab dem 30. Lebensmonat zweimal pro Kalenderhalbjahr zusätzlich mit Fluoridlack behandelt werden.

Weiterführende Informationen:

Pressemitteilung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA): G-BA beschließt neue Leistungen zur Vermeidung von Karies bei Kleinkindern