Pilotprojekt zeigt: Indikatoren helfen Ärzten, Qualität zu bewerten und zu verbessern

(08.01.19) Der Einsatz von Qualitätsindikatoren kann niedergelassenen Ärzten helfen, die Qualität ihrer medizinischen Arbeit zu bewerten und weiterzuentwickeln. Das ist das Ergebnis eines Pilotprojektes des Nürnberger Arztnetzes "Qualität und Effizienz", des Göttinger aQua-Instituts und der AOK. Am Beispiel der QISA-Indikatoren zur Koronaren Herzkrankheit (KHK) hatte das Ärztenetz das indikatorgestützte Feedback in der Praxis erprobt. Die Ergebnisse sind jetzt in der "Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen" (ZEFQ) veröffentlicht worden.

Am Projekt teilgenommen haben 48 Hausärzte in 32 Hausarztpraxen des bayerischen Arztnetzes „Qualität und Effizienz“. Auf Basis von Abrechnungsdaten der AOK, Daten aus dem Disease-Management-Programm KHK sowie anhand der ärztlich dokumentierten Daten wurden elf QISA-Indikatoren zur Versorgung von Patienten mit koronarer Herzkrankheit berechnet.  Die Ergebnisse wurden in individuellen Feedbackberichten für die Arztpraxen dargestellt. Diese Berichte dienten als Diskussionsgrundlage für zwei Qualitätszirkeltreffen.

Nach 12 Monaten wurden die Indikatoren erneut gemessen und Veränderungen gegenüber der Ausgangsmessung erfasst. Als Kontrollgruppe dienten alle Hausarztpraxen im Land Bayern. Über Fokusgruppen mit den Moderatoren der Qualitätszirkel sowie zwei Teilnehmerbefragungen wurden förderliche bzw. hemmende Rahmenbedingungen erfasst.

Die Ergebnisse sind in der aktuellen ZEFQ-Veröffentlichung zusammengefasst. Danach zeigte sich in den ermittelten Ausgangswerten bereits ein gutes Versorgungsniveau. Verbesserungspotential offenbarte sich allerdings bei der Betablocker- und Statintherapie. Nach Durchführung der Qualitätszirkel war für vier der elf Indikatoren eine Verbesserung festzustellen.

Die Befragung der beteiligten Ärzte ergab unter anderem, dass die Datenbasis mehrheitlich als valide eingestuft wurde. Die Teilnehmer schätzen die Qualitätszirkel als Möglichkeit zum kollegialen Austausch und fanden die datengestützten Feedbackberichte hilfreich, um Versorgungsdefizite transparent zu machen und Handlungskonsequenzen abzuleiten. Barrieren zeigten sich allerdings bei der Umsetzung von qualitätsfördernden Maßnahmen im Praxisalltag.

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