Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden (NUB) in Psychiatrie und Psychosomatik

Für Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden (NUB) können die Vertragsparteien auf Landesebene nun auch im Bereich der Psychiatrie und Psychosomatik eine gesonderte, zeitlich befristete Vergütung vereinbaren.

Das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) hat die erstmalige Aufstellung der NUB-Anfragen im Bereich der Psychiatrie und Psychosomatik für das Jahr 2020 veröffentlicht. Von den insgesamt 265 angefragten Untersuchungs- beziehungsweise Behandlungsmethoden erfüllen 114 die Kriterien der NUB-PEPP-Vereinbarung (Status 1). Für diese Verfahren können die Kliniken im laufenden Jahr auf Landesebene krankenhausindividuelle Entgelte vereinbaren. 147 Methoden beziehungsweise Leistungen hielten der Zulassungsprüfung durch das InEK nicht stand, weil sie die Kriterien der Vereinbarung nicht erfüllen (Status 2). Ein Verfahren erhielt einen differenzierten Status (1 oder 2 mit Anmerkung). Die unzureichende Darstellung des Verfahrens führte bei 3 Leistungen beziehungsweise Methoden zur Vergabe des Status 4; diese Anträge werden nicht weiter bearbeitet. Alle Anfragen wurden fristgerecht bewertet, der Status 3 wurde also nicht vergeben. Insgesamt gingen für das laufende Jahr 1.645 NUB-PEPP-Anträge beim InEK ein. Die Liste wurde Ende Januar veröffentlicht.

Aufstellung aller NUB-PEPP-Anfragen für 2020
Quelle: InEK, Stand: 30.01.20

Die für NUB im Bereich der Psychiatrie und Psychosomatik vereinbarten Entgelte besitzen eine Gültigkeitsdauer von einem Jahr und gelten jeweils nur für das beantragende Krankenhaus. Kliniken müssen die NUB jährlich bis zum 31. Oktober beantragen.

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Hintergrund

Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden (NUB) finden Eingang in das PEPP-System (Pauschalierendes Entgeltsystem Psychiatrie und Psychosomatik) über die Änderungen der Klassifikation. Da NUB mit Fallpauschalen und Zusatzentgelten noch nicht angemessen abgebildet werden können, hat der Gesetzgeber den Vertragsparteien auf Landesebene die Möglichkeit gegeben, eine gesonderte, zeitlich befristete Vergütung von NUB zu vereinbaren. Im Bereich der Psychiatrie sollen die Vertragsparteien erstmals für das Jahr 2020 entsprechende Zusatzentgelte vereinbaren (NUB-PEPP). Die vereinbarten Entgelte besitzen eine Gültigkeitsdauer von einem Jahr und gelten jeweils nur für die beantragende Klinik. Krankenhäuser müssen die NUB jährlich bis zum 31. Oktober beantragen.

Das InEK prüft anschließend, ob die in den Anträgen ausgewiesenen Leistungen sachgerecht abgerechnet werden können. Nach der Prüfung vergibt das InEK folgende Status:

  1. Angefragte Methoden/Leistungen erfüllen die Kriterien der NUB-PEPP-Vereinbarung der Vertragsparteien.
  2. Angefragte Methoden/Leistungen erfüllen nicht die Kriterien der NUB-PEPP-Vereinbarung der Vertragsparteien.
  3. Angefragte Methoden/Leistungen konnten innerhalb der festgesetzten Frist nicht vollständig bearbeitet werden. Daher liegen für sie keine Informationen nach § 6 Abs. 4 BPflV vor.
  4. Die mit der Anfrage gemäß § 6 Abs. 4 BPflV übermittelten Informationen haben die Kriterien der NUB—PEPP-Vereinbarung zur Bewertung der angefragten Methode/Leistung im Sinne des Verfahrens nicht ausreichend dargestellt.

Das InEK übermittelt die Ergebnisse der NUB-PEPP-Prüfung bis zum 31. Januar eines jeden Jahres an die anfragenden Krankenhäuser.

Vereinbarung - Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden (PEPP)
Stand: 12.08.19