24-Stunden Frist für OP bei gelenknaher Femurfraktur

(11.12.19) Krankenhäuser müssen Patienten mit hüftgelenknaher Femurfraktur („Oberschenkelhalsbruch“) künftig schneller behandeln. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen. Sofern der Zustand der Betroffenen es zulässt, soll  innerhalb von 24 Stunden nach der Aufnahme operiert werden. Diese Frist gilt auch nach einem Sturz im Krankenhaus. Zusätzlich hat der G-BA in der Richtlnie verbindliche Standards zu Struktur, Personal und Verfahrensabläufen festgelegt.

Um die Versorgung der hüftgelenknahen Femurfraktur künftig anzubieten zu können, müssen Krankenhäuser unverzüglich nach der Aufnahme einer Patientin oder eines Patienten mit entsprechender Diagnose die weitere Versorgung planen. Klinikinterne Standardabläufe sollen dabei helfen, eine schnelle operative Versorgung der Patienten zu gewährleisten. Die neue Richtlinie fordert deshalb von den Kliniken, dass sie verbindliche, interdisziplinär abgestimmte, schriftliche und jederzeit verfügbare Standardabläufe (Standard Operating Procedures – SOP) einführen.

IQTIG sieht besonderen Handlungsbedarf

Angestoßen wurden die Beratungen durch die Qualitätsberichte zur externen stationären Qualitätssicherung. Diese zeigen seit Jahren, dass bundesweit zu viele der meist älteren Patienten zu lange im Krankenhaus liegen, bis sie in den OP kommen. Deshalb stellte das Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) beim Indikator "Präoperative Verweildauer bei der Versorgung einer hüftgelenknahen Femurfraktur" bundesweit einen besonderen Handlungsbedarf fest. Die Kliniken müssen künftig für jeden Standort aufzeigen können, dass sie die Anforderungen der Richtlinie erfüllen. Der Beschluss soll zum 1. Juli 2020 in Kraft treten.
 

Weitere Informationen:

Richtlinie zu Mindestanforderungen an die Struktur- und Prozessqualität der Versorgung der hüftgelenknahen Femurfraktur
Weitere Informationen zur gesetzlichen Qualitätssicherung