Hochschulambulanzen

Hochschulambulanzen (HSA) dürfen Patienten mit schweren, komplexen Krankheiten ambulant behandeln, sofern sie die Anforderungen des Facharztstatus’ erfüllen.

Die Rahmenbedingungen für die ambulante Behandlung von Patienten in Hochschulambulanzen (HSA) hat Ende 2016 das erweiterte Bundesschiedsamt festgelegt. Sie gelten für Ambulanzen, Institute und Abteilungen von Hochschulkliniken und Hochschulambulanzen an psychologischen Universitätsinstituten. Die Vereinbarung definiert die Patientengruppen, die in Hochschulambulanzen behandelt werden können, und regelt den Zugang zu Leistungen der HSA. Außerdem legt der Schiedsspruch die Anforderungen an die Qualifikation des Personals fest. Eine weitere Entscheidung der Bundesschiedsstelle regelt die Grundätze zu den Besonderheiten der HSA, zur Dokumentation und Vergütung gemäß Paragraf 120 Abs. 3 Satz 4 SGB V. Bis zum 1. Dezember 2016 war die ambulante Versorgung in Hochschulambulanzen auf den für Lehre und Forschung notwendigen Umfang beschränkt. 

  • Behandlung

    Für die ambulante Behandlung in einer Universitätsklinik sind nunmehr neben dem für Forschung und Lehre erforderlichen Umfang auch Personen vorgesehen, die dieser Behandlung aufgrund der Art, der Schwere oder der Komplexität ihrer Erkrankung bedürfen. Die Behandlung erfolgt aufgrund der Überweisung durch den maßgeblich behandelnden Facharzt desselben Fachgebiets. Für Folgekontakte zum gleichen Behandlungsfall ist für die darauffolgenden drei Quartale keine neue Überweisung erforderlich.

    Diagnosestellung und leitende Therapieentscheidungen sind ausschließlich Medizinern mit abgeschlossener Weiterbildung zum Facharzt vorbehalten. Die Hochschulambulanzen müssen dementsprechend qualifiziertes Personal vorhalten.
  • Dokumentation

    Aus der Dokumentation der Leistungen muss ersichtlich werden, aufgrund welcher Ermächtigung ein Patient behandelt wird: ob also die Behandlung aufgrund der Art, der Schwere oder der Komplexität der Erkrankung erfolgt, auf der Basis regionaler Besonderheiten oder im Rahmen von Forschung und Lehre. Auch Standort und Fachabteilung der HSA sind zu nennen. Darüber hinaus gibt es jetzt Vorgaben zur Kodierung einer sogenannten Ambulanzdiagnose sowie mitbehandelter Diagnosen. Die Übermittlung der Arztnummer (LANR) ist nicht erforderlich.
  • Vergütung

    Für die Vergütung sollen die Vertragspartner auf Landesebene Behandlungspauschalen vereinbaren. Die Zahl der Pauschalen je Hochschulklinik beträgt maximal 50. Zusätzliche Vergütungen sind nur in begründeten Ausnahmefällen möglich. Das Instrument der Mengensteuerung ist auf Ortsebene festzulegen.

Überprüfung der Vereinbarung nach drei Jahren

Die Öffnung der Hochschulambulanzen für die ambulante Versorgung von Patienten mit besonders schweren, komplexen Erkrankungen hatte der Gesetzgeber bereits 2015 mit dem Versorgungsstärkungsgesetz festgelegt. Allerdings konnten sich der GKV-Spitzenverband, die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Deutsche Krankenhausgesellschaft nicht einigen, welche Patientengruppen konkret dafür infrage kommen. Deshalb wurde das erweiterte Bundesschiedsamt eingeschaltet. Die vereinbarten Bedingungen werden nach drei Jahren überprüft und weiterentwickelt.
 

Vereinbarung über Patientengruppen (Festlegung durch das erweiterte Bundesschiedsamt)
Stand: 18.11.16

Vereinbarung zur Vergütung (Festlegung durch die Bundesschiedsstelle)
Stand: 09.12.16