GKV-Spitzenverband aktualisiert Hilfsmittelverzeichnis

(26.03.19) Der GKV-Spitzenverband hat das Hilfsmittelverzeichnis überarbeitet. In dem 32.500 Produkte umfassenden Katalog finden Patienten alle medizinischen Produkte zur Selbstanwendung, für die die gesetzliche Krankenkasse die Kosten übernimmt.

Das geht aus dem Bericht zur Fortschreibung des Verzeichnisses hervor, den der GKV-Spitzenverband Ende Februar 2019 dem Bundesgesundheitsministerium übergeben hat.

Zur Einordnung: Im Jahr 2017 erhielten Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) Hilfs- und Pflegehilfsmittel in Höhe von mehr als acht Milliarden Euro. Dazu gehören unter anderem Bandagen, Hörgeräte, Inkontinenzprodukte, Rollstühle, Kompressionsstrümpfe, Prothesen, Insulinpumpen, Blindenführhunde und Applikationshilfen zur Verabreichung von Arzneimitteln.

Neues Hilfsmittelverzeichnis soll für höhere Produktqualität sorgen

Vor zwei Jahren hatte die Bundesregierung per Gesetz eine Generalüberholung des Hilfsmittelverzeichnisses angeordnet. Bis zum Ende des vergangenen Jahres hat der GKV-Spitzenverband in enger Zusammenarbeit mit dem Medizinischen Dienst und den Krankenkassen geprüft, welche Anforderungen Hilfsmittel zukünftig erfüllen müssen. Beispielsweise dürfen Rollatoren künftig nicht mehr als zehn Kilogramm wiegen. Dabei sind auch einige neue Produkte hinzugekommen. Dazu zählt das Exo-Skelett, mit dem Querschnittsgelähmte in bestimmten Fällen stehen und gehen können. Oder Handprothesen, mit deren Hilfe Patienten über die vorhandene Muskelspannung im Arm zugreifen können.

Nach Angaben des GKV-Spitzenverbandes bildet der aktuelle Katalog nun den Stand der versorgungsrelevanten medizinischen und technischen Erkenntnisse und Entwicklungen ab. Damit profitieren gesetzlich Krankenversicherte von einem verbesserten Hilfsmittelangebot. Sie erhalten unter anderem Hilfs- und Pflegehilfsmittel in höherer Produktqualität, haben Zugang zu innovativen Produkten und haben Anspruch auf eine umfassende Beratung durch die Leistungserbringer über bedarfsgerechte und mehrkostenfreie Versorgungsmöglichkeiten.

„Ab sofort müssen alle Leistungserbringer GKV-Versicherte zuerst über zuzahlungsfreie, krankenkassenfinanzierte Hilfs- und Pflegehilfsmittel aufklären, bevor höherpreisige Alternativen angeboten werden dürfen. Neben der neu eingeführten Informationspflicht bietet das überarbeitete Hilfs- und Pflegehilfsmittelverzeichnis allen Versicherten eine höhere Produktqualität und gestärkte Versichertenrechte“, so Gernot Kiefer, Vorstand des GKV-Spitzenverbandes.

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