Geburtshilfe soll gestärkt werden

Eingang zum Kreißsaal, (c) AOK-Mediendienst

(14.01.19) Mit mehreren Sofortmaßnahmen will das Bundesgesundheitsministerium die Geburtshilfe in Deutschland verbessern. Neben der geplanten Akademisierung der Hebammenausbildung soll es für Schwangere künftig leichter werden, eine Hebamme in der Nähe ihres Wohnortes zu finden. Das geht aus einem entsprechenden Eckpunktepapier des Ministeriums hervor.

Bereits im aktuellen Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) soll eine "institutionalisierte Unterstützung der Familien bei der Hebammensuche" per Gesetz kommen. Demnach ist geplant, die Daten der gesetzlichen Krankenkassen zu nutzen. In der sogenannten Vertragspartnerliste des GKV-Spitzenverbandes sind alle freiberuflichen Hebammen und Entbindungspfleger aufgeführt, die ihre Leistungen über die Kassen abrechnen. Aus diesen Informationen soll ein Online-Verzeichnis aufgebaut werden. Versicherte könnten dann eine Umkreissuche nutzen. Die Hebammen sollen verpflichtet werden, ihre Kontaktdaten und ihr Leistungsspektrum aktuell zu halten.

Bessere Vereinbarkeit von Job und Familie

Auch soll der Hebammenberuf attraktiver werden. So soll sich beispielsweise die Vereinbarkeit von Familie und Arbeit verbessern. Kliniken sollen dabei unterstützt werden, den Hebammen eine Kinderbetreuung über die üblichen Kita-Öffnungszeiten hinaus anzubieten - also "rund um die Uhr", wie es in dem Eckpunktepapier heißt.

Das Ministerium will außerdem Geburtshelfer zurückholen, die ihren Beruf seit längerer Zeit nicht mehr ausüben, sich eine Rückkehr aber vorstellen können. Für entsprechende Maßnahmen, die unter anderem die Bundesagentur für Arbeit bereits anbietet, soll dem Papier zufolge stärker geworben werden.