Verordnungen / Anträge im Entlassmanagement Krankenhaus

Leistungen im Rahmen des Entlassmanagements werden vom Krankenhausarzt verordnet. Einige Leistungen müssen bei der Kranken- oder Pflegekasse beantragt und von ihr genehmigt werden.

Für alle Leistungen im Rahmen des Entlassmanagements Krankenhaus wie die Verordnung von Arzneimitteln, häuslicher Krankenpflege, Soziotherapie, Heilmitteln und Hilfsmitteln und zum Ausstellen von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen sind die Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) anzuwenden.

Wichtig bei Verordnungen im Rahmen des Entlassmanagements Krankenhaus

  • Verordnungsberechtigt im Entlassmanagement Krankenhaus sind Ärzte mit abgeschlossener Facharztweiterbildung.
  • Ausstellung der Verordnung muss vollständig und korrekt vorgenommen werden. Unrichtige oder unvollständig ausgestellte Verordnungen können von den Apotheken, Sanitätshäusern etc. zurückgewiesen werden.
  • Vordruckmuster erhalten das einstellige Kennzeichen "4" an der 30. Stelle der Zeile 6 des Personalienfeldes.
  • Das Krankenhauserhält für das Entlassmanagement auf Antrag von der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung eine versorgungsspezifische Betriebsstätten-Nummer (75-er BSNR); diese wird bei der Verordnung von Leistungen und Arzneimitteln verwendet.
  • Bis zur Einführung einer lebenslangen Krankenhaus-Arzt-Nummer wird auf den Verordnungsmustern eine 9-stellige Pseudo-Arzt-Nummer (4444444*xx) verwendet. *xx = 2-stelliger Fachgruppenschlüssel. Die lebenlange Krankenhaus-Arzt-Nummer kann ab sofort bei der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung beantragt werden. Informationen zur Arzt-Nummer im Entlassmanagement Krankenhaus und Rehabilitation

Voraussetzungen für die Verordnung von Leistungen im Rahmen des Entlassmanagement Krankenhaus:
→ Verordnen im Rahmen des Entlassmanagements nach § 39 Abs. 1a SGB V (S. 9-10, PDF, 3,2 MB, Kassenärztliche Bundesvereinigung)

  • Anschlussrehabilitation (AR) - Nur im Entlassmanagement Krankenhaus

    Beantragung und Genehmigung einer Anschlussrehabilitation


    Die Anschlussrehabilitation ist eine besondere Form der stationären Rehabilitation. Als Anschlussrehabilitation gelten solche Rehabilitationsmaßnahmen, die sich an die Akutversorgung des Patienten im Krankenhaus anschließen (innerhalb von zwei Wochen nach der Entlassung) und in einer dafür besonders spezialisierten Rehabilitationseinrichtung durchgeführt werden.
    Die Anschlussrehabilitation wird vom Krankenhaus veranlasst und vom Kostenträger geprüft.

    → Beantragung und Genehmigung einer Anschlussrehabilitation

  • Arbeitsunfähigkeit

    Feststellung und Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit


    Krankenhausärzte können auch Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen für einen Zeitraum von bis zu sieben Kalendertagen nach der Entlassung des Patienten ausstellen.

    → Feststellung und Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit

  • Arzneimittel

    Verordnung von Arzneimitteln


    Krankenhäuser dürfen im Rahmen des Entlassmanagements Arzneimittel mit dem kleinsten Packungsgrößenkennzeichen verordnen, soweit dies für die unmittelbare Anschlussversorgung der Patienten erforderlich ist. Das Krankenhaus hat den weiterbehandelnden Arzt rechtzeitig über die medikamentöse Therapie zum Zeitpunkt der Entlassung, die Dosierung und die im Rahmen des Entlassmanagements verordneten Arzneimittel zu informieren.

    → Verordnung von Arzneimitteln

  • Haushaltshilfe

    Beantragung und Genehmigung einer Haushaltshilfe


    Für Patienten, die nach ihrem Krankenhausaufenthalt ihren Haushalt absehbar nicht alleine weiterführen können, kann Haushaltshilfe beantragt werden. Diese Leistung muss vom Versicherten beantragt werden. Das Krankenhaus / die Rehabilitationseinrichtung bestätigt die medizinische Notwendigkeit und unterstützt bei der Beantragung.

    → Haushaltshilfe

  • Heilmittel

    Verordnung von Heilmitteln


    Der Krankenhausarzt kann im Rahmen des Entlassmanagements Heilmittel nach Maßgabe der Heilmittel-Richtlinie und des Heilmittelkataloges für den Bedarf von bis zu sieben Kalendertagen nach der Entlassung verordnen. Heilmittel sind unter anderem Maßnahmen der Physikalischen Therapie, der Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie, der Ergotherapie sowie der Podologie.

    → Verordnung von Heilmitteln

  • Hilfsmittel

    Verordnung von Hilfsmitteln


    Hilfsmittel können im Rahmen des Entlassmanagements vom Krankenhaus verordnet werden, soweit es für die Versorgung der oder des Versicherten unmittelbar nach der Entlassung aus der Einrichtung erforderlich ist. Die gesetzlich vorgegebene Einschränkung des Verordnungszeitraums auf bis zu sieben Kalendertage gilt nicht für Hilfsmittel, die nicht zum Verbrauch bestimmt sind, wie beispielsweise Rollstühle, Rollatoren oder Pflegebetten. Diese können auch vor dem Entlasstag verordnet werden.
    Für zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel wie Inkontinenzvorlagen können für den Bedarf von bis zu sieben Tagen am Entlasstag verordnet werden.

    → Verordnung von Hilfsmitteln

  • Häusliche Krankenpflege (HKP)

    Verordnung von Häuslicher Krankenpflege (HKP)


    Die HKP umfasst die medizinische Behandlung durch Pflegefachkräfte (Behandlungspflege) sowie Maßnahmen, die Patienten bei den grundlegenden Anforderungen einer eigenständigen Haushaltsführung (hauswirtschaftliche Versorgung) und den Grundverrichtungen des täglichen Lebens (Grundpflege) unterstützen sowie die Unterstützungspflege (Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung).

    → Verordnung von HKP

  • Hospiz

    Hospiz


    Die medizinische und pflegerische Betreuung schwerstkranker Menschen in ihrer letzten Lebensphase kann auf der Palliativstation eines Krankenhauses, in einer stationären Pflegeeinrichtung, im Hospiz, aber auch zu Hause erfolgen. Hier leisten ambulante Hospizdienste Sterbebegleitung sowie eine palliativ-pflegerische Beratung neben der Versorgung durch Ärzte und Pflegedienste.

    → Hospiz

  • Krankenbeförderung - Nur im Entlassmanagement Krankenhaus

    Verordnung der Krankenbeförderung - Fahrkosten


    In medizinisch begründeten Fällen übernimmt die AOK die Fahrkosten, zum Beispiel bei stationären Behandlungen. Eine ärztliche Verordnung der Krankenbeförderung ist erforderlich.

    → Verordnung der Krankenbeförderung - Fahrkosten

  • Kurzzeitpflege nach § 39c SGB V

    Beantragung und Genehmigung von Kurzzeitpflege nach § 39c SGB V


    Sollte eine Unterstützungspflege im eigenen Haushalt nicht ausreichen, besteht die Möglichkeit Kurzzeitpflege in einer geeigneten Einrichtung zu beantragen. Die AOK übernimmt die Kosten für Versicherte, die nicht pflegebedürftig sind oder maximal Pflegegrad 1 haben. Die Leistung ist genehmigungspflichtig.

    → Beantragung und Genehmigung von Kurzzeitpflege nach § 39c SGB V

  • Kurzzeitpflege nach § 42 SGB XI

    Beantragung und Genehmigung von Kurzzeitpflege nach § 42 SGB XI


    Einen Anspruch auf Kurzzeitpflege in stationären Pflegeinrichtungen haben Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5, deren Pflege zu Hause zeitweise nicht oder noch nicht möglich ist. Diese Leistung ist genehmigungspflichtig.

    → Beantragung und Genehmigung von Kurzzeitpflege nach § 42 SGB XI

  • Medizinische Rehabilitation - Nur im Entlassmanagement Krankenhaus

    Beantragung und Genehmigung einer medizinischen Rehabilitation


    Leistungen zur medizinischen Rehabilitation zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung können Versicherte bei ihrer Krankenkasse beantragen. Sie können aber auch von einem Krankenhausarzt direkt verordnet werden.

    → Beantragung und Genehmigung einer Medizinische Rehabilitation

  • Pflege

    Beantragung und Genehmigung von Pflegeleistungen


    Ergibt sich aus der Krankenhausbehandlung ein neuer oder geänderter Pflegebedarf des Patienten, sollen die notwendigen Antrags- und Genehmigungsverfahren bereits während des stationären Aufenthaltes eingeleitet werden. Das Krankenhaus nimmt dazu Kontakt mit der Pflegekasse auf. Wird der Patient durch einen Pflegedienst oder in einer stationären Pflegeeinrichtungen betreut, sollten die entsprechenden Informationen bereits zum Entlassungstermin vorliegen.

    → Beantragung und Genehmigung von Pflegeleistungen

  • Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV)

    Verordnung einer spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV)


    Patienten, die einer besonders aufwendigen Behandlung und Betreuung bedürfen, können die spezialisierte ambulante Palliativversorgung, kurz SAPV (§ 37b SGB V), beanspruchen. Bei der SAPV arbeiten Ärzte und Pflegedienste in einem Palliative Care Team (PCT) zusammen. Die Leistungen der SAPV müssen Vertragsärzte oder Krankenhausärzte verordnen.

    → Verordnung einer spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV)

  • Sozialmedizinische Nachsorge nach § 43 Abs. 2 SGB V

    Verordnung von Sozialmedizinischer Nachsorge nach § 43 Abs. 2 SGB V


    Die sozialmedizinische Nachsorge schließt unmittelbar an eine Krankenhausbehandlung an. Sie wird in der Regel von dem behandelnden Arzt im Krankenhaus verordnet.

    → Verordnung von Sozialmedizinischer Nachsorge nach § 43 Abs. 2 SGB V

  • Soziotherapie nach § 37a SGB V

    Verordnung von Soziotherapie nach § 37a SGB V


    Soziotherapie kann vom Krankenhaus oder der Rehabilitationseinrichtung im Rahmen des Entlassmanagements für einen Zeitraum von bis zu sieben Kalendertagen nach der Entlassung verordnet werden. Von den möglichen fünf probatorischen Sitzungen abgesehen ist diese Leistung genehmigungspflichtig.

    → Verordnung von Soziotherapie nach § 37a SGB V



    Beantragung und Genehmigung eines soziotherapeutischen Betreuungsplans § 37a SGB V


    Der soziotherapeutische Betreuungsplan ist das Ergebnis eines Abstimmungsprozesses zwischen verordnendem Krankenhausarzt beziehungsweise Krankenhauspsychotherapeuten, soziotherapeutischem Leistungserbringer und Patient. Der Betreuungsplan ist Basis der Therapie. Er muss zusammen mit dem ausgefüllten Vordruck "Muster 26" der Krankenkasse zur Genehmigung vorgelegt werden.

    → Beantragung und Genehmigung eines soziotherapeutischen Betreuungsplans § 37a SGB V



    Überweisung zur Indikationsstellung für Soziotherapie


    Andere Vertragsärzte als die gemäß den Soziotherapie-Richtlinien zur Verordnung der Soziotherapie befugten, können den Patienten zu einem entsprechend qualifizierten Arzt überweisen, wenn sie den begründeten Verdacht haben, dass bei diesem Patienten eine Indikation für Soziotherapie vorliegt.

    → Überweisung zur Indikationsstellung für Soziotherapie


  • Unterstützungspflege nach § 37 Abs.1a SGB V

    Beantragung und Genehmigung von Unterstützungspflege nach § 37 Abs.1a SGB V


    Versicherte erhalten wegen schwerer Krankheit oder wegen akuter Verschlimmerung einer Krankheit, insbesondere nach einem Krankenhauaufenthalt, nach einer ambulanten Operation oder nach einer ambulanten Krankenhausbehandlung die erforderliche Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung, soweit die Voraussetzungen der Pflegebedürftigkeit nach SGB XI nicht vorliegen. Die Leistung ist genehmigungspflichtig.

    → Beantragung und Genehmigung von Unterstützungspflege