Besondere Versorgung

Mit dem Versorgungsstärkungsgesetz, das im Juli 2015 in Kraft getreten ist, sind die bisher an unterschiedlichen Stellen im Sozialgesetzbuch V geregelten selektive Vertragsformen neu strukturiert und als Besondere Versorgung im neuen § 140a SGB V zusammengefasst worden.

Die neuen Verträge nach § 140a SGB V lösen die bisherigen Strukturverträge nach § 73a SGB V, die Verträge zur besonderen ambulanten ärztlichen Versorgung nach § 73c SGB V sowie die Verträge zur Integrierten Versorgung nach § 140a-d SGB V ab. Entsprechende Verträge, die in der Vergangenheit geschlossen worden sind, gelten aber fort.

  • Welche Ziele verfolgt die Besondere Versorgung?

    Mit den Regelungen zur Besonderen Versorgung, die auf den bisherigen Vertragsformen aufbauen, sollen die Gestaltungsmöglichkeiten der Krankenkassen erweitert und bürokratische Hemmnisse für Selektivverträge beseitigt werden. So sollen in Zukunft auch Verträge über innovative Leistungen ermöglicht werden, die noch keinen Eingang in die Regelversorgung gefunden haben. Auch sogenannte Managementverträge, die reine Organisationsleistungen beinhalten, werden mit dem neuen § 140a SGB V möglich.
  • Welche Merkmale haben Verträge zur Besonderen Versorgung?

    Die Verträge zur Besonderen Versorgung sollen verschiedene Leistungssektoren miteinander vernetzen oder eine interdisziplinäre, fachübergreifende Versorgung (integrierte Versorgung) ermöglichen. Darüber hinaus können diese Verträge - unter Beteiligung von Vertragsärzten oder deren Gemeinschaften - besondere ambulante ärztliche Versorgungsaufträge regeln.
  • Wer kann an der Besonderen Versorgung teilnehmen?

    Die Krankenkassen können Verträge zur Besonderen Versorgung mit verschiedenen Vertragspartnern abschließen: Neben Leistungserbringern oder deren Gemeinschaften sind dies Träger von Einrichtungen, die eine besondere Versorgung durch berechtigte Leistungserbringer anbieten, Pflegekassen, Pflegeeinrichtungen, Praxiskliniken, Pharmaunternehmen, Hersteller von Medizinprodukten und Kassenärztliche Vereinigungen. Die Teilnahme an Verträgen zur Besonderen Versorgung ist für Versicherte freiwillig.
  • Seit wann gibt es selektive Verträge?

    Gesetzliche Regelungen zu selektiven Verträgen bestehen im SGB V seit 1997, als mit dem Zweiten GKV-Neuordnungsgesetz die Strukturverträge eingeführt wurden. Die "GKV-Gesundheitsreform" im Jahr 2000 erweiterte die Möglichkeiten und schuf erstmals gesetzliche Grundlagen für die Integrierte Versorgung (IV) als Bestandteil der Regelversorgung. Mit dem "GKV-Modernisierungsgesetz" wurde die Integrierte Versorgung 2004 weiterentwickelt. Zudem wurde mit diesem Gesetz die Möglichkeit geschaffen, Verträge zur besonderen ambulanten ärztlichen Versorgung abzuschließen.

Zurück zur Übersicht