Verträge zur besonderen ambulanten ärztlichen Versorgung nach § 73c SGB V (alt)

Der Abschluss von Verträgen nach § 73c SGB V war bis Juli 2015 möglich. Mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz ist diese Vertragsform durch die "Besondere Versorgung" nach § 140a SGB V (neu) ersetzt worden. Die bereits geschlossenen 73c-Verträge gelten aber fort.

Seit dem GKV-Modernisierungsgesetz von 2004 hatten Krankenkassen die Möglichkeit, für ihre Versicherten Verträge zur besonderen ambulanten ärztlichen Versorgung abzuschließen. Diese Selektivverträge definieren sogenannte Versorgungsaufträge, die eine qualifizierte und effiziente ambulante ärztliche Versorgung der Versicherten sicherstellen sollen. Sie können die gesamte ambulante ärztliche Versorgung, aber auch einzelne Leistungsbereiche umfassen (zum Beispiel spezielle fachärztliche Leistungen oder ambulante Operationen). Der Versorgungsauftrag geht häufig mit einer Bereinigung der Gesamtvergütung einher.

Vertragspartner können Vertragsärzte sowie deren Träger bzw. Gemeinschaften oder die Kassenärztlichen Vereinigungen sein. Bei der Gestaltung der Vertragsinhalte hatten die Vertragspartner relativ freie Hand. Allerdings mussten die Grundsätze der gesetzlichen Krankenversicherung und die Qualitätsanforderungen des SGB V, des Gemeinsamen Bundesausschusses und des "Bundesmantelvertrages Ärzte" eingehalten werden. Leistungen, die der Gemeinsame Bundesausschuss für die gesetzliche Krankenversicherung abgelehnt hat, durften auch in diesen Verträgen nicht vereinbart werden.

Die Teilnahme der Ärzte an einem Vertrag nach § 73c SGB V ist freiwillig. Die Vertragspartner definieren spezifische Qualitäts- und Strukturanforderungen, die die teilnehmenden Ärzte nachweisen müssen.

Auch die Teilnahme der Versicherten an diesen Verträgen ist freiwillig. Versicherte, die ein solches Versorgungsangebot wählen, verpflichten sich für mindestens ein Jahr, die vereinbarten Leistungen nur bei dem vertraglich gebundenen Leistungserbringer in Anspruch zu nehmen.

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