Verträge zur hausarztzentrierten Versorgung

Die hausarztzentrierte Versorgung (HzV) nach § 73b SGB V wurde mit dem GKV-Modernisierungsgesetz von 2003 zunächst als Soll-Bestimmung eingeführt. Seit dem GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz von 2007 sind die Krankenkassen verpflichtet, ihren Versicherten eine besondere hausärztliche Versorgung anzubieten, die an spezifische Anforderungen gebunden ist. Vertragspartner sind Hausärzte, die als Vertragsärzte zugelassen sind, beziehungsweise deren Gemeinschaften. Die Kassenärztlichen Vereinigungen können hier nur mit der Ermächtigung von entsprechenden Vertragsärzten oder deren Gemeinschaften als Vertragspartner auftreten.

Die an der HzV teilnehmenden Vertragsärzte müssen folgende Bedingungen erfüllen:

  • Teilnahme an strukturierten Qualitätszirkeln und an speziellen Fortbildungskursen für Hausärzte,
  • Orientierung an anerkannten Konzepten zum Qualitätsmanagement sowie
  • Behandlung nach für die hausärztliche Versorgung entwickelten, evidenzbasierten und praxiserprobten Leitlinien.

Die Teilnahme der Versicherten an der HzV ist freiwillig. Sie müssen sich aber verpflichten, einen Arzt aus dem Kreis der Hausärzte zu wählen, die sich am HzV-Vertrag ihrer Kasse beteiligen und Fachärzte nur auf dessen Überweisung hin aufzusuchen (Ausnahme: Augenärzte und Gynäkologen). Die Kassen können in ihren Satzungen unter anderem regeln, ob und welche Anreize oder Vergünstigungen den Versicherten gewährt werden, die an der HzV teilnehmen.

Die Vergütung im Rahmen der HzV wird in der Regel außerhalb der Gesamtvergütung für Vertragsärzte gezahlt. Jedoch unterscheiden sich hier die Verträge in den einzelnen AOKs: Während in einigen Regionen die Hausarztverträge die Regelversorgung ersetzen und somit die Gesamtvergütung entsprechend bereinigt werden muss, werden in anderen Verträgen sogenannte Add-on-Leistungen zusätzlich zur Regelversorgung vergütet. In diesem Falle erfolgt keine Bereinigung.

Neuregelung
Die zum 22. September 2010 eingeführte Vergütungsbeschränken für HzV-Verträge (SGB V § 73b, Absatz 5a) wurden zum 1. April 2014 aufgehoben. Im Gegenzug müssen die Vertragspartner bei HzV-Verträgen, die ab April 2014 zustande kommen, explizit Kriterien für die Wirtschaftlichkeit des Vertrages und Maßnahmen für den Fall der Nichteinhaltung vereinbaren. Das wurde mit dem 14. SGB-V-Änderungsgesetz beschlossen.
Zudem müssen für HzV-Verträge Regelungen zur Qualitätssicherung getroffen werden, die über die allgemeine hausärztliche Qualitätssicherung hinausgehen. Zugelassene strukturierte Behandlungsprogrammen, die die hausärztliche Versorgung betreffen, werden ab April als Bestandteil des hausarztzentrierten Versorgungsangebotes eingestuft. Mit den Neuregelungen will die Bundesregierung den Vertragspartnern einen größeren Gestaltungsspielraum einräumen, der nötig sei, um innovative Versorgungskonzepte entwickeln zu können.

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