Disease-Management-Programme nach § 137f SGB V

Disease-Management-Programme (DMP) sind strukturierte Behandlungsprogramme für chronisch kranke Menschen. Sie sollen den Behandlungsablauf und die Qualität der Versorgung für diese Patienten verbessern. Durch eine strukturierte und kontinuierliche medizinische Betreuung sollen Folgeschäden vermieden und die Lebensqualität der Patienten erhalten oder verbessert werden. Langfristig sollen durch die DMP auch Kosten, z. B. für die Therapie von Spätfolgen, gesenkt werden.

Die Umsetzung der DMP erfolgt durch die Krankenkassen auf der Basis von regionalen Verträgen mit den Leistungserbringern (in der Regel Kassenärztliche Vereinigungen und Krankenhäuser, zum Teil auch einzelne Vertragsärzte und Rehabilitationseinrichtungen). Das Bundesversicherungsamt prüft die Übereinstimmung der Verträge mit der Risikostrukturausgleichsverordnung bzw. den Richtlinien des G-BA. Die meisten DMP-Verträge werden auf Basis von § 87, § 73a oder § 140a-d SGB V geschlossen.

Diagnostik und Therapie der DMP folgen den Kriterien der evidenzbasierten Medizin. Ein wesentlicher Baustein der Programme sind strukturierte, evaluierte und zielgruppenspezifische Schulungsprogramme, die den eigenverantwortlichen Umgang der Patienten mit ihrer Erkrankung unterstützen und die Adherence erhöhen sollen. Eine bundesweit einheitliche elektronische Dokumentation der Behandlung unter Berücksichtigung des Datenschutzes bildet die Basis für die medizinische Qualitätssicherung und die Evaluation der Programme. Die Teilnahme an einem DMP ist für Patienten und Ärzte freiwillig, setzt allerdings die aktive Teilnahme des Patienten voraus.
Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat bisher folgende Indikationen für DMP ausgewählt: Diabetes mellitus Typ 2 (2003), Brustkrebs (2003), Koronare Herzkrankheit (2004), Diabetes mellitus Typ 1 (2005) sowie Asthma bronchiale und chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen (2006). Im Juli 2009 ist zusätzlich ein Modul zur Behandlung von Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz eingeführt worden, das seit Juli 2010 ein verpflichtender Bestandteil des DMP Koronare Herzkrankheit ist.

Bis Ende 2011 hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) die vom GBA empfohlenen Inhalte der Programme als Änderungsverordnungen zur Risikostruktur-Ausgleichsverordnung (RSAV) in Kraft gesetzt. Seit Inkrafttreten des Versorgungsstrukturgesetzes Anfang 2012 liegt die Regelungskompetenz für die DMP beim GBA. Der GBA erlässt die Anforderungen an die DMP nun - nach einer Anhörung der relevanten Verbände - in Form von Richtlinien. Das BMG kann diese Richtlinien innerhalb einer Frist von zwei Monaten beanstanden.

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