Strukturverträge nach § 73a SGB V (alt)

Der Abschluss von Strukturverträgen nach § 73a SGB V war bis Juli 2015 möglich. Mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz ist diese Vertragsform durch die "Besondere Versorgung" nach § 140a SGB V (neu) ersetzt worden. Die bereits geschlossenen Strukturverträge gelten aber fort.

Die Strukturverträge nach § 73a sind mit dem  "Zweiten GKV-Neuordnungsgesetz" von 1997 eingeführt worden. Die gesetzlichen Krankenkassen und die Kassenärztlichen Vereinigungen hatten damit die Möglichkeit, unabhängig von der Regelversorgung neue organisatorische Versorgungsformen mit differenzierten Honorierungssystemen zu vereinbaren. Inhalt dieser Strukturverträge können bestimmte Indikationen oder Diagnosen, aber auch die gesamte medizinische Versorgung sein. Ziel der Verträge ist es, die Qualität der Versorgung zu verbessern.

Strukturverträge nach § 73a SGB V können durch Vergütungspauschalen oder Bonus-Malus-Regelungen ergänzt werden. Die Vergütungsanteile für Strukturverträge sind Bestandteil der Gesamtvergütung, dürfen aber nur zugunsten der teilnehmenden Ärzte verwendet werden.

Die Teilnahme der Ärzte und Versicherten an diesen Strukturverträgen ist freiwillig. In der Praxis betreffen die Strukturverträge vor allem Disease-Management-Programme nach § 137f SGB V und eine Vielzahl weiterer Versorgungsformen, die über zusätzliche Leistungen der niedergelassenen Ärzte durchgeführt werden (zum Beispiel ambulantes Operieren oder Versorgung des Diabetischen Fußsyndroms). Im Gegensatz zu Modellvorhaben nach § 63 ff. SGB V sind Strukturverträge weder zeitlich befristet noch müssen sie zwingend wissenschaftlich evaluiert werden.

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