Heilmittel besonders in der Altersgruppe 60plus verordnet

Rund 42 Millionen Heilmittelleistungen sind 2018 zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) abgerechnet worden, 15,4 Millionen davon für Versicherte der AOK. Ein großer Anteil – nämlich 8,1 Millionen Heilmittelleistungen, entfiel auf Versicherte im Alter von über 60 Jahren. Diese Gruppe hat neben Kindern bis zu 14 Jahren einen besonders großen Bedarf an Heilmitteltherapien.

Rein rechnerisch erhielt im Berichtsjahr jeder der 72,8 Millionen GKV-Versicherten 4,01 Behandlungen, bei den 27,1 Millionen AOK-Versicherten waren es 3,2 Behandlungen. Wie aus dem jüngst veröffentlichten Heilmittelbericht 2019 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) weiter hervorgeht, erreichte der Heilmittelumsatz 2018 insgesamt 7,25 Milliarden Euro. Bei den AOK-Versicherten betrug er 2,7 Milliarden Euro. 2017 gaben die Kassen mit 6,8 Milliarden Euro (AOK 2,43 Milliarden Euro) etwas weniger für Heilmittel aus.

on für Versicherte der AOK. Ein großer Anteil – nämlich 8,1 Millionen Heilmittelleistungen, entfiel auf Versicherte im Alter von über 60 Jahren. Diese Gruppe hat neben Kindern bis zu 14 Jahren einen besonders großen Bedarf an Heilmitteltherapien.

Rein rechnerisch erhielt im Berichtsjahr jeder der 72,8 Millionen GKV-Versicherten 4,01 Behandlungen, bei den 27,1 Millionen AOK-Versicherten waren es 3,2 Behandlungen. Wie aus dem jüngst veröffentlichten Heilmittelbericht 2019 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) weiter hervorgeht, erreichte der Heilmittelumsatz 2018 insgesamt 7,25 Milliarden Euro. Bei den AOK-Versicherten betrug er 2,7 Milliarden Euro. 2017 gaben die Kassen mit 6,8 Milliarden Euro (AOK 2,43 Milliarden Euro) etwas weniger für Heilmittel aus.

Mehr Unterstützung für Ältere

Mehr als jeder sechste AOK-Versicherte ist dem Bericht zufolge wegen chronischer, unspezifischer Rückenschmerzen in ärztlicher Behandlung (wir berichteten).

Neben Kindern im Alter bis zu 14 Jahren haben nach dem Bericht ältere Versicherte ab 60 Jahren – und hier vor allem Betagte ab einem Alter von 80 Jahren – besonderen Unterstützungsbedarf. Bei ihnen wirken sich Alterskrankheiten, eine zunehmende Fragilität sowie Pflegebedürftigkeit aus. Infolgedessen machten die rund 7,7 Millionen AOK-Versicherten ab 60 Jahren zwar nur einen Anteil von 28,6 Prozent der AOK-Versicherten, aber von 46,4 Prozent der Heilmittelpatienten aus. Auch bei dieser Versichertengruppe führte die Diagnose sonstige Krankheiten der Wirbelsäule und des Rückens (M50-M54) mit einem Anteil von 18,7 Prozent oder 728 850 Patienten die Liste der zehn häufigsten Diagnosegruppen an.

Es folgten Diabetes mellitus beziehungsweise podologische Verordnungen mit einem Anteil von 6,6 Prozent oder 286 900 Patienten. Auf Platz drei rangierte mit Arthrose (215 900 Patienten oder 5,5 Prozent) eine Diagnose als Verordnungsanlass, die bei einer älteren Versichertengruppe ebenfalls häufiger vorkommt.

Mit etwa 3,4 Millionen Leistungen wurde von Versicherten ab einem Alter von 60 Jahren die normale Krankengymnastik am häufigsten in Anspruch genommen. Entsprechend hatte diese Altersgruppe einen Anteil von 42,3 Prozent an Krankengymnastik. Knapp 1,4 Millionen Patienten erhielten diese physiotherapeutische Maßnahme. Die manuelle Lymphdrainage lag mit 11,2 Prozent auf Platz zwei; die Ursache liegt dem Bericht zufolge in zunehmenden Krebserkrankungen.

Frauenanteil überwiegt deutlich

Insgesamt wurde im vorigen Jahr 5,03 Millionen AOK-Versicherten eine Heilmittelleistung verordnet, das entspricht einer Patientenrate von 186 Patienten je 1.000 Versicherte. Dabei überwog der Frauenanteil mit 220 Patienten je 1.000 Versicherte gegenüber den Männern mit 150 je 1000 Versicherte deutlich.

Bei den Kindern zeigte sich ein umgekehrtes Geschlechterverhältnis. Kinder bis einschließlich 14 Jahre stellten 7,8 Prozent der Patienten, 60,6 Prozent dieser Gruppe waren männlich. Insgesamt nahmen gut 395.000 AOK-versicherte Kinder bis einschließlich 14 Jahre 2018 Heilmittelleistungen in Anspruch.

Jährliche Analyse

Der Heilmittelbericht des WIdO analysiert einmal jährlich die Heilmittelverordnungen aller rund 70 Millionen GKV-Versicherten, zeigt Versorgungstrends für die vier Heilmittelbereiche Ergotherapie, Sprachtherapie, Physiotherapie und Podologie, den Umsatz sowie die regionale Inanspruchnahme durch die Versicherten. Für die rund fünf Millionen AOK-Versicherten, die Heilmittelleistungen verordnet bekommen, wird die Versorgung nach Altersgruppen und Geschlecht sowie nach Maßnahmen und Diagnosen dargestellt – mit übersichtlichen Tabellen und Abbildungen.

Grundlage für die allgemeinen Darstellungen im Heilmittelbericht sind die Rohdaten des GKV-Heilmittel-Informationssystems (GKV-HIS). Tiefergehende Analysen, die beispielsweise einen Versichertenbezug, die Diagnose oder das Geschlecht benötigen, basieren auf den Daten des AOK-HIS.

Zurück zu PRO DIALOG aktuell vom 10.02.2020