Das gilt 2011 in der gesetzlichen Krankenversicherung

Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung

  • 2011: 3.712,50 Euro monatlich
    44.550 Euro pro Jahr
  • 2010: 3.750 Euro monatlich
    45.000 Euro pro Jahr
  • 2009: 3.675 Euro monatlich
    44.100 Euro pro Jahr

Die Beitragsbemessungsgrenze markiert den Wert, bis zu dem das Monatseinkommen der Beschäftigten zur Bemessung der Versicherungs­ beiträge herangezogen wird. Wer also mehr ver­ dient, zahlt für das darüber liegende Gehalt keinen Krankenkassenbeitrag mehr.

Die Veränderung entspricht der jährlichen Anpas­ sung an die Gehaltsentwicklung in Deutschland. Wegen der Wirtschaftskriese 2009 lag die Beitragsbemessungsgrenze unter dem Vorjahreswert.

Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung

  • 2011: 4.125 Euro monatlich
    49.500 Euro pro Jahr
  • 2010: 4.162,50 Euro monatlich
    49.950 Euro pro Jahr
  • 2009: 4.050 Euro monatlich
    48.600 Euro pro Jahr

Die Versicherungspflichtgrenze markiert das Einkommen, bis zu dem jeder in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) pflichtversichert ist. Nur wer mehr verdient, hat die Wahl, in der GKV
zu bleiben oder in die private Krankenversicherung (PKV) zu wechseln.

Mit dem GKV­-Finanzierungsgesetz können gesetzlich Krankenversicherte ab 1. Januar 2011 in die PKV wechseln, wenn ihr regelmäßiges Jahresentgelt die Versicherungspflichtgrenze in einem Jahr -
anstatt wie bisher in drei Jahren - überschreitet. Berufsanfänger mit einem Gehalt oberhalb der Versicherungspflichtgrenze können direkt zwischen GKV und PKV wählen.

Belastungsgrenzen für Zuzahlungen

Die Zuzahlungen sollen niemanden über Gebühr belasten. Deshalb müssen Erwachsene nicht mehr als zwei Prozent ihres jährlichen Bruttoeinkommens aus eigener Tasche hinzuzah­ len. Für chronisch kranke Menschen, die beson­ ders oft zum Arzt müssen und viele Medikamente benötigen, gilt eine niedrigere Belastungsgrenze. Sie liegt bei einem Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens.

Bis zum Erreichen ihrer individuellen Belas­tungsgrenze müssen alle erwachsenen Versicherten Zuzahlungen leisten. Erst nach Erreichen dieser Grenze können sie sich durch ihre Krankenkassen von weiteren Zuzahlungen befreien lassen. Bereits zu viel geleistete Zuzahlungen werden erstattet.

Zum Bruttoeinkommen zählen alle Einkünfte, mit denen Versicherte ihren Lebensunterhalt finanzieren, zum Beispiel Gehalt, Renten, Versorgungsbezüge, Kapital­-Zinsen und Mieteinnahmen. Bei der Berechnung der Belastungsgrenze werden die jährlichen Bruttoeinnahmen aller im Haushalt lebenden Angehörigen berücksichtigt. Das können Ehegatten oder Lebenspartner nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz sein. Kinder sind unter folgenden Voraussetzungen ebenfalls als Angehörige zu berücksichtigen:

  • bis zu dem Kalenderjahr, in dem sie das 18. Lebensjahr vollenden, generell (unabhängig davon, ob sie familien-­, pflicht­-, freiwillig oder nicht gesetzlich versichert sind);
  • ab dem Kalenderjahr, in dem sie das 19. Lebensjahr vollenden, sofern sie entsprechend familienversichert sind.

Bei der Ermittlung der Belastungsgrenze werden für Angehörige Familienabschläge vom Haushaltseinkommen abgezogen. Für 2011 gelten dabei folgende Werte:

  • 4.599 Euro für den ersten Angehörigen,
  • 3.066 Euro für jeden weiteren Angehörigen
  • 7.008 Euro für jedes zu berücksichtigende Kind.

Befreiung von Zuzahlungen:

Die persönliche Belastungsgrenze wird jedes Jahr neu ermittelt. Das heißt: Befreiungsausweise für 2010 gelten 2011 nicht mehr. Zusammen mit ihrem Befreiungsantrag sollten Versi­cherte alle Originalquittungen über bereits geleistete Zuzahlungen und Kopien von Einkommensnachwei­ sen (zum Beispiel Gehaltsbescheinigung) einreichen.

Vereinfachter Nachweis für chronisch Kranke:

Chronisch kranke Menschen müssen Zuzahlungen nur bis zu einer Belastungsgrenze von einem Pro­zent ihres Bruttoeinkommens leisten. Laut Gesetz benötigen sie dazu jedes Jahr neu eine ärztliche Bescheinigung über ihren Status. Um den damit verbundenen Aufwand für Versicherte und Kassen zu reduzieren, hat sich die AOK erfolgreich für eine pragmatische Lösung in eindeutigen Fällen einge­setzt. Das betrifft zum Beispiel stark Pflegebedürftige oder Dialyse-­Patienten.

Die AOKs können auf die jährliche Beschei­nigung durch den Arzt oder den Nachweis des Behinderungsgrades verzichten, wenn ein Arzt die chronische Erkrankung bereits einmal fest­gestellt hat und es keine Anhaltspunkte für eine wesentliche Verbesserung des Gesundheits­ zustandes gibt.

Wer schwerwiegend chronisch krank ist, sollte deshalb bei seiner Krankenkasse nachfragen, ob er für das Jahr 2011 erneut einen Nachweis vorle­gen muss.

Kritierien für die Einstufung als chronisch krank:

Als schwerwiegend chronisch krank gilt, wer mindestens ein Jahr lang einmal pro Quartal ärztlich behandelt wurde. Zusätzlich muss eines der folgenden Kriterien zutreffen:

  • Schwerbehinderung oder Erwerbsminderung von 60 Prozent oder mehr
  • Pflegebedürftigkeit der Pflegestufe II oder III
  • der Patient muss aus Sicht des Arztes dauerhaft medizinisch versorgt werden, da sich sonst seine Krankheit lebens­ bedrohlich verschlimmert, seine Lebenserwartung gemindert oder seine Lebensqualität dauerhaft beeinträchtigt wird.

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