Chronisch Kranke im Fokus

Angesichts der zunehmenden Zahl chronisch erkrankter Menschen ist deren angemessene medizinische Versorgung eine der großen Herausforderungen der kommenden Jahre. "Als Folge der steigenden Lebenserwartung werden Herz-Kreislauf- Erkrankungen, Diabetes mellitus, viele Krebserkrankungen sowie Demenz weiter zunehmen", umreißt Joachim Klose, Mitherausgeber des Versorgungsreports, das Szenario. Zugleich erhöht sich nach seinen Worten mit zunehmendem Alter der Patienten die Wahrscheinlichkeit, an mehreren Erkrankungen gleichzeitig zu leiden. Zwar erhöhten frühzeitigere Diagnosen und eine verbesserte Behandlung die Lebenserwartung der Menschen, eine dauerhafte Heilung sei aber oft nicht möglich. Deshalb gewinne die Prävention zunehmend an Bedeutung, heißt es im Versorgungs-Report des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO).

Verbesserungen bei der flächendeckenden bedarfsgerechten Versorgung sind nach Angaben von Evert-Jan van Lente, Abteilungsleiter Versorgungsmanagement im AOK-Bundesverband, vor allem den Disease- Management-Programmen (DMP) zu verdanken (vgl. S. 3). Vorliegende Studien und Evaluationsergebnisse zeigten positive Tendenzen bei den medizinischen Werten der Patienten und deutliche Verbesserungen im Bereich der Prozessqualität.

Mitherausgeber Prof. Norbert Schmacke, Universität Bremen, macht im aktuellen Report deutlich, "dass ohne die Anbindung der DMP an den Risikostrukturausgleich (RSA) in der gesetzlichen Krankenversicherung und ohne die zentrale und in dieser Form neue Rolle der Krankenkassen ein derartiges Programm zur Beseitigung struktureller Versorgungsmängel nicht zustande gekommen wäre".

Mit dem Versorgungs-Report ergänzt das WIdO seine Publikationsreihe mit Arzneiverordnungs-, Krankenhaus- und Fehlzeiten- Report. Herausgeber des Versorgungs-Reports sind der Leiter der Arbeits- und Koordinierungsstelle Gesundheitsforschung an der Universität Bremen, Prof. Norbert Schmacke, sowie die WIdO-Wissenschaftler Joachim Klose und Christian Günster.

Weitere Infos zum Versorgungs-Report 2011

 

prodialog 12/10