Herzinsuffizienzpatienten zielgerichtet behandeln

Das DMP Koronare Herzkrankheit ist nun bundesweit um ein zusätzliches Modul zur Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz, das in einigen Regionen bereits zu einem früheren Zeitpunkt umgesetzt wurde, ergänzt worden. Damit können Patienten, die am DMP teilnehmen und zusätzlich an chronischer Herzinsuffizienz leiden, umfassender und zielgerichteter behandelt werden als bisher.

Die Herzinsuffizienz muss durch ein bildgebendes Verfahren, z.B. eine Echokardiografie, gesichert sein. Zur Bestätigung der Teilnahme ist die elektronische Dokumentation zum DMP KHK um ein Datenfeld "Modul-Teilnahme Chronische Herzinsuffizienz" erweitert worden. Zusätzlich sind die Felder „Serum-Elektrolyte“ und "Regelmäßige Gewichtskontrolle empfohlen" zu dokumentieren. Die Praxisverwaltungssysteme sind entsprechend angepasst worden. Eine gesonderte Teilnahmeerklärung ist weder für den Arzt noch für die Patienten erforderlich. Die Teilnahme des Versicherten am Modul endet automatisch mit dem Ende der Teilnahme am DMP KHK. Eine isolierte Teilnahme nur am Modul Herzinsuffizienz ohne eine Einschreibung in das DMP KHK ist nicht möglich.

Das Modul ist der erste Schritt zu einer besseren Berücksichtigung von Multimorbidität im Rahmen der DMP. Durch die gezielte Behandlung der Herzinsuffizienz soll das Fortschreiten der Erkrankung vermieden oder verlangsamt werden. Neben nicht medikamentösen Maßnahmen wie der Empfehlung zu regelmäßigem körperlichem Training oder zur Begrenzung der Flüssigkeitsaufnahme umfasst das Modul detaillierte Empfehlungen zur Medikation der Patienten. Ergänzend sollen die teilnehmenden Ärzte die Indikation zu speziellen interventionellen Maßnahmen prüfen (kardiale Resynchronisationstherapie und Therapie mit implantierbaren Kardioverter-Defibrillatoren). Darüber hinaus ist ein Monitoring von Belastbarkeit, Volumenstatus und Körpergewicht der Patienten vorgesehen. In mindestens halbjährlichen Abständen sollen relevante Laborwerte kontrolliert werden. Auch die Anlässe für Überweisungen zum Facharzt oder zur qualifizierten Einrichtung sind im Modul definiert.

prodialog 07/10