Was steht drin im neuen DMP-Modul „Chronische Herzinsuffizienz“?

Zielgruppe des Moduls sind Patienten mit koronarer Herzkrankheit und chronischer Herzinsuffizienz bei systolischer Dysfunktion, die sich in einer Einschränkung der linksventrikulären Auswurfleistung (Ejektionsfraktion, LVEF) auf unter 40 % manifestiert. Die LVEF muss durch ein bildgebendes Verfahren (z.B. Echokardiografie, Ventrikulografie, Kardio-MRT) bestimmt worden sein.
Ausgehend vom strukturierten Behandlungsprogramm für KHK sollen Patienten mit einer klinischen Symptomatik, die auf eine Herzinsuffizienz hinweist (z.B. Dyspnoe, Leistungsminderung, Flüssigkeitsretention), einer gezielten Diagnostik (primär Echokardiografie) zugeführt werden. Auch asymptomatische Patienten sollten gemäß den Modulinhalten behandelt werden, wenn eine Einschränkung der LVEF auf unter 40% bereits nachgewiesen wurde.

Therapieziele und therapeutische Maßnahmen

Die Ziele im Modul Herzinsuffizienz sind insbesondere die Vermeidung oder Verlangsamung einer Progression der bestehenden kardialen Funktionsstörung und die Steigerung der Lebensqualität, insbesondere durch Vermeidung von Krankenhauseinweisungen.
Nicht medikamentöse, medikamentöse und interventionelle Maßnahmen, die zur Erreichung dieser Ziele führen sollen, werden ausführlich dargestellt.
Als generelle nicht medikamentöse Empfehlungen werden genannt:

  • regelmäßiges, individuell angepasstes körperliches Training unter Berücksichtigung von Kontraindikationen (z.B. frischer Herzinfarkt oder Myokarditis).
  • Orientierung der Flüssigkeitsaufnahme am klinischen Zustand des Patienten und dessen Nierenfunktion.
  • Empfehlung einer moderaten Beschränkung der Kochsalzaufnahme, insbesondere bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz.

Die vorgesehenen medikamentösen Maßnahmen beziehen sich im Detail auf:

  • Alle Patienten unabhängig vom
  • Schweregrad der Herzinsuffizienz,
  • Alle klinisch stabilen Patienten,
  • Patienten mit einer LVEF unter 35 %, die trotz optimaler Therapie mit ACEHemmer und Betablocker und Diuretikum in den Stadien NYHA III–IV sind,
  • Alle Patienten, die Stauungszeichen aufweisen,
  • Patienten, die trotz Therapie mit einem Betablocker ein chronisches tachykardes Vorhofflimmern aufweisen, Patienten mit chronischem oder paroxysmalem Vorhofflimmern und Herzinsuffizienz.

Interventionelle Maßnahmen

Ergänzend sollte die Indikation zur Durchführung spezieller interventioneller Maßnahmen individuell geprüft werden. Die Entscheidung ist gemeinsam mit dem Patienten und in Koopera tion mit dem qualifizierten Facharzt bzw. der qualifizierten Einrichtung auf der Basis einer individuellen Nutzen-Risiko-Abschätzung vorzunehmen.

Das Modul beschreibt die Empfehlungen zur Durchführung der

  • kardialen Resynchronisationstherapie (CRT) und der
  • Therapie mit implantierbaren Kardioverter-Defibrillatoren (ICD).

Monitoring

Im Rahmen des Monitorings im Modul Herzinsuffizienz sollen insbesondere Hinweise zur Belastbarkeit in Alltagssituationen und zum Volumenstatus erhoben werden. Um eine Volumenbelastung rechtzeitig zu erkennen, soll das Körpergewicht auch durch den Patienten selbst kontrolliert werden. Bei einem deutlichen, kurzfristigen Anstieg sollte der behandelnde Arzt konsultiert werden.

Des Weiteren werden Krankheitszeichen genannt, auf die im Rahmen der körperlichen Untersuchung insbesondere zu achten ist und welche Laboruntersuchungen in welchen Abständen erforderlich werden.

Kooperation der Versorgungsebenen

Zusätzlich zu den Indikationen und Anlässen für eine Überweisung, die im strukturierten Behandlungsprogramm für KHK aufgeführt sind, hat der Arzt zu prüfen, ob weitere Gründe vorliegen, aufgrund derer eine Überweisung zum Facharzt, zur qualifizierten Einrichtung bzw. stationären Einrichtung erfolgen soll.

Schulungen

Schulungen der teilnehmenden Ärzte dienen dem Erreichen der vertraglich vereinbarten Versorgungsziele. Die Vertragspartner definieren Anforderungen an die für die strukturierten Behandlungsprogramme relevante regelmäßige Fortbildung der teilnehmenden Ärzte.

prodialog 07/10