Telemedizin: Videosprechstunden werden gefördert

(27.11.19) Videosprechstunden sollen durch neue Anreize gefördert werden. Das haben GKV-Spitzenverband und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) im Zuge ihrer Honorarverhandlungen für das Jahr 2020 vereinbart. Die entsprechenden Regelungen gelten bereits seit dem 1. Oktober 2019. Neu ist, dass eine Konsultation nun auch dann vergütet wird, wenn Arzt und Patient zuvor noch keinen Kontakt hatten. Bisher galt dieses Angebot nur für Patienten, die bereits bei einem Arzt in Behandlung waren. Darüber hinaus wurde die Videosprechstunde für Psychotherapien geöffnet.

Die Vereinbarung zwischen GKV-Spitzenverband und KBV regelt jedoch nur die Abrechnung von Videosprechstunden. Ob Ärzte eine sogenannte alleinige Fernbehandlung überhaupt anbieten dürfen, regeln die Landesärztekammern jeweils in ihrer Berufsordnung. In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sind ausschließliche Fernbehandlungen bisher nicht erlaubt.

Bereits im Frühjahr 2019 hatten sich der GKV-Spitzenverband und die KBV darauf verständigt, die Videosprechstunde in der psychotherapeutischen Betreuung breiter einzusetzen. Seit Oktober kann eine Videosprechstunde auch in Verbindung mit Leistungen der Richtlinien-Psychotherapie abgerechnet werden. Dies gilt für Leistungen, für die das psychotherapeutische Berufsrecht und die Psychotherapie-Vereinbarung keinen persönlichen Kontakt zwischen Therapeut und Patient vorschreiben. Zudem ist bei der Psychotherapie ein direkter Erstkontakt zur Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung vorgesehen.

Videosprechstunden werden finanziell gefördert

GKV-Spitzenverband und KBV haben außerdem vereinbart, Videosprechstunden finanziell zu fördern. Seit 1. Oktober 2019 zahlen die gesetzlichen Krankenkassen Ärzten, die Videosprechstunden durchführen, eine Anschubfinanzierung. Diese kann bis zu 500 Euro pro Arztpraxis und Quartal betragen. Die Fördermöglichkeit gilt für zwei Jahre.

Wie der GKV-Spitzenverband mitteilt, hält die Videotechnik auch in der Versorgung von Pflegebedürftigen Einzug. Ärzte und Pflegekräfte können sich in Fallkonferenzen über konkrete Fälle austauschen und zusammen eine Lösung für die Patienten finden.

Weitere Informationen:

Videosprechstunde kann breiter eingesetzt werden, Mitteilung des GKV-Spitzenverbands