G-BA entscheidet zu Bluttest auf Trisomien und Fettabsaugen bei Lipödem

(07.10.19) Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat vor Kurzem abschließend über die Aufnahme von sogenannten nicht-invasiven molekulargenetischen Tests (NIPT) beraten. Damit lassen sich Trisomien wie das Down Syndrom während der Schwangerschaft erkennen. Der Beschluss des G-BA sieht vor, dass ein NIPT in begründeten Einzelfällen und nach ärztlicher Beratung unter Verwendung einer Versicherteninformation eingesetzt werden kann.

Nicht zuletzt auf Bitten von G-BA-Chef Josef Hecken hatte sich im Frühjahr parallel zu den G-BA-Beratungen auch der Bundestag mit den ethischen Fragen des Themas befasst.

Konkret können Ärzte mithilfe von NIPT das Risiko einer fetalen Trisomie 13, 18 oder 21 bestimmen. Hierbei wird die im Blut der Schwangeren vorhandene zellfreie fetale DNA molekulargenetisch analysiert.

Wann können Patienten NIPT in Anspruch nehmen?

Als Ziel nennt der G-BA, „die zur Klärung der Frage des Vorliegens einer Trisomie 13, 18 oder 21 erforderlichen invasiven Untersuchungen – Chorionzottenbiopsie (Biopsie der Plazenta) oder Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung) – und das damit verbundene Risiko einer Fehlgeburt nach Möglichkeit zu vermeiden“.

Die Inanspruchnahme eines NIPT auf Kassenkosten ist laut G-BA-Beschluss allerdings erst möglich, „wenn die verpflichtend vorgesehene Versicherteninformation entwickelt und vom G-BA beschlossen wurde“. Der Beschluss wird nach Angaben des G-BA voraussichtlich Ende 2020 gefasst und muss dann vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gebilligt werden.

Weitere Entscheidung des G-BA: Medizinisches Fettabsaugen unter bestimmten Bedingungen

Patientinnen, die an einem Lipödem im Stadium III leiden, können nach einem weiteren G-BA-Beschluss künftig unter bestimmten Bedingungen mit einer Liposuktion (Fettabsaugen) ambulant oder stationär auf GKV-Kosten behandelt werden.

Der Beschluss beinhaltet auch begleitende Vorgaben zur Qualitätssicherung. Der G-BA-Beschluss ist zunächst bis zum 31. Dezember 2024 befristet. Bis dahin sollen die Ergebnisse der vom G-BA in die Wege geleiteten Erprobungsstudie zur Liposuktion bei Lipödem vorliegen. Die Studie soll bislang noch fehlende Informationen für eine zuverlässige Abwägung von Nutzen und Schaden der Methode liefern. „Sobald die Studienergebnisse vorliegen, wird der G-BA abschließend zur Methode für alle Stadien der Erkrankung entscheiden“, teilte der G-BA mit. 

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