STIKO empfiehlt Impfung gegen Gürtelrose

(22.01.19) Die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut (RKI) hat Impfempfehlungen für Herpes Zoster beschlossen. Darauf hat das RKI vor Kurzem hingewiesen. Demnach wird allen Personen ab 60 Jahren die Gürtelrose-Schutzimpfung mit einem Totimpfstoff als Standardimpfung empfohlen. Menschen mit einer Grundkrankheit oder Immunschwäche sollten die Impfung bereits ab einem Alter von 50 Jahren als Indikationsimpfung erhalten. Die Gürtelrose-Impfung wird erst zur Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenkassen, wenn der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) über die Aufnahme in die Schutzimpfungsrichtlinie entschieden hat.

Mehr als 300.000 Gürtelrose-Patienten pro Jahr

In Deutschland erkranken nach Untersuchungen des RKI auf Basis von Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen jährlich mehr als 300.000 Personen an Herpes zoster, etwa fünf Prozent von ihnen entwickeln eine Komplikation in Form einer postherpetischen Neuralgie. Am häufigsten sind ältere Menschen betroffen. Patienten mit einem geschwächten Immunsystem haben ein erhöhtes Erkrankungsrisiko.

Die Impfserie für den Herpes-zoster-Totimpfstoff besteht aus zwei Impfstoffdosen, die intramuskulär im Abstand von mindestens zwei bis maximal sechs Monaten verabreicht werden. Nach Angaben der STIKO beträgt die Wirksamkeit zum Schutz vor Herpes zoster beträgt ab dem Alter von 50 Jahren 92 Prozent und zum Schutz vor postherpetischer Neuralgie (Nervenschmerz) 82 Prozent. Der Schutz vor Herpes zoster nimmt mit zunehmendem Alter leicht ab. Er beträgt bei den über 70-Jährigen noch etwa 90 Prozent.

STIKO empfiehlt Totimpfstoff zur Gürtelrose-Impfung

In Deutschland sind zwei Impfstoffe gegen Herpes zoster für Personen ab 50 Jahren zugelassen, seit 2013 ein Lebendimpfstoff und seit 2018 ein Totimpfstoff. Der Herpes-zoster-Lebendimpfstoff wird von der STIKO aufgrund der eingeschränkten Wirksamkeit und seiner begrenzten Wirkdauer nicht für die Standardimpfung empfohlen. Außerdem ist der Lebendimpfstoff nicht zur Impfung von Personen mit geschwächtem Immunsystem geeignet.

Die Impfung mit dem Herpes-zoster-Totimpfstoff ist sicher. In den Zulassungsstudien gab es kein Signal für schwere Nebenwirkungen, berichtet die STIKO. Allerdings können beim Totimpfstoff lokale Nebenwirkungen auftreten. Dazu gehören Schmerzen an der Injektionsstelle, Rötung und Schwellung. Systemische Reaktionen wie Fieber, Müdigkeit, Myalgie und Kopfschmerzen treten etwa bei jeder zehnten geimpften Person auf. Die Impfreaktionen sind jedoch nur von kurzer Dauer und halten ein bis zwei Tage an.

Herpes zoster: Infektion und Symptome

Gürtelrose oder Herpes zoster wird durch das Varizella-zoster-Virus ausgelöst. Das Virus verursacht bei Erstkontakt, meist im Kindesalter, Varizellen (Windpocken). Nach Abklingen der Varizellen bleibt das Virus lebenslang in den Nervenzellen und kann zu einem späteren Zeitpunkt Herpes zoster verursachen. Typisch für Herpes zoster ist ein brennender Schmerz, gefolgt von einer zumeist halbseitigen, bandartigen Ausbreitung von Bläschen in dem zum betroffenen Nerv gehörenden Hautareal. Am häufigsten treten die Symptome an Rumpf und Brustkorb auf. Nach Abheilen des Hautausschlages kann ein Nervenschmerz (postherpetische Neuralgie oder Postzosterschmerz) in der vormals betroffenen Hautregion noch mehrere Monate bis Jahre anhalten und die Lebensqualität erheblich einschränken.

Die neue Empfehlung und die wissenschaftliche Begründung sind im Epidemiologischen Bulletin 50/2018 veröffentlicht.

Weitere Informationen: