Regelungen für ärztliche Zweitmeinungen in Kraft getreten

(13.12.18) Patienten haben seit Kurzem einen Rechtsanspruch auf eine ärztliche Zweitmeinung im Vorfeld einer empfohlenen Operation. Dies betrifft Eingriffe an den Gaumen- und/oder Rachenmandeln (Tonsillektomie, Tonsillotomie) sowie bei Gebärmutterentfernungen (Hysterektomien).

Die entsprechenden Verfahrensregeln des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) sind am 8. Dezember 2018 in Kraft getreten. Für den indikationsstellende Arzt - also den "Erstmeinungs-Arzt" - heißt das: Er muss den Patienten auf sein Recht auf eine unabhängige ärztlichen Zweitmeinung hinweisen. Der G-BA-Richtlinie zum Zweitmeinungsverfahren (Zm-RL) zufolge muss diese Aufklärung mündlich und verständlich erfolgen.

Vergütung ab 1. Januar 2019 festgelegt

Ärzte können nun bei ihrer Kassenärztlichen Vereinigung eine Genehmigung beantragen, Zweitmeinungsleistungen abrechnen zu dürfen. Zweitmeinungsgebende Ärzte müssen die vom G-BA festgelegten Anforderungen an die besondere, eingriffsspezifische Qualifikation erfüllen. Zudem dürfen keine Interessenkonflikte vorliegen, die einer Unabhängigkeit der Zweitmeinung entgegenstehen.

Informationen über alle Ärzte, die aufgrund ihrer besonderen Qualifikation und Unabhängigkeit eine Zweitmeinung abgeben dürfen, werden von den Kassenärztlichen Vereinigungen und den Landeskrankenhausgesellschaften auf deren Internetseiten zur Verfügung gestellt. Versicherte können sich bei der Suche nach einem Zweitmeiner zudem an ihre Krankenkasse wenden.

Für die Aufklärung und Beratung im Zusammenhang mit einem ärztlichen Zweitmeinungsverfahren wird zum 1. Januar 2019 eine neue Gebührenordnungsposition (GOP) in den einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen. Die beteiligten Ärzte rechnen ihre Leistungen, befristet bis Ende 2021, extrabudgetär ab.

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