Gesundheitsforschung: Bund will personalisierte Medizin und Digitalisierung fördern

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(12.12.18) Die Bundesregierung will in den kommenden zehn Jahren Forschungsprojekte im Bereich der Prävention fördern, neue Ansätze bei personalisierter Medizin oder digitalen Innovationen unterstützen und Forschungsstandorte wie Universitätskliniken strukturell stärken. Das hat das Kabinett Ende November mit dem neuen „Rahmenprogramm Gesundheitsforschung“ beschlossen. Im Rahmen des Programms stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung jährlich zwei Milliarden Euro zur Verfügung, um die Gesundheitsforschung und Gesundheitswirtschaft zu finanzieren; hinzu kommen 500 Millionen Euro für die Förderung bestimmter Projekte, Institutionen oder Ressorts. Das neue Rahmenprogramm löst die bisher gültige Erklärung aus dem Jahr 2010 ab.

Prävention und Innovation im Mittelpunkt

Das neue Programm benennt drei Handlungsfelder mit je eigenen Schwerpunkten. Im Bereich der Forschungsförderung (Handlungsfeld 1) steht das Thema „Krankheiten vorbeugen und heilen“ im Vordergrund. Insbesondere sollen Forschungsprojekte gefördert werden, die der Bekämpfung von Volkskrankheiten dienen, die helfen, Präventions- und Versorgungsmodelle auf verschiedene Bevölkerungsgruppen auszurichten, und internationale Kooperationen zur Bewältigung globaler Forschungsaufgaben. Der Bereich Innovationsförderung (Handlungsfeld 2) adressiert die sogenannte Pionierforschung, personalisierte Medizin und digitale Innovationen sowie neue Kooperationsformen zwischen Forschung, Wirtschaft und Regulatorik. Im Zusammenhang mit der Strukturförderung (Handlungsfeld 3) geht es schließlich um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Gesundheitsforschung,  um Kooperationen verschiedener Institutionen und Disziplinen sowie familienfreundliche Karrierewege. 

Das nun vorliegende Rahmenprogramm wird konkreter ausgestaltet durch Fachprogramme, Aktionspläne und Förderinitiativen. Die Gelder werden im Rahmen von Förderbekanntmachungen einzelner Richtlinien vergeben, die Zielsetzung und Gegenstand der Förderung konkret beschreiben. In diesem Kontext können Forschungsinstitutionen, Unternehmen oder andere Einrichtungen Förderanträge stellen. Das neue Rahmenprogramm tritt am 1. Januar 2019 in Kraft.

Internationale Kooperationen zur Erforschung seltener Krankheiten

Unterdessen hat die Europäische Kommission mit 35 Ländern Anfang Dezember eine neue Forschungspartnerschaft zu seltenen Krankheiten ins Leben gerufen. Für die Verbesserung von Diagnostik und Therapie stehen im neuen „European Joint Programme on Rare Diseases“ (EJP RD) rund 100 Millionen Euro zur Verfügung. Koordiniert wird das Vorhaben vom französischen Nationalinstitut für Gesundheit und medizinische Forschung (INSERM).  Insgesamt beteiligen sich mehr als 130 Einheiten aus 35 Ländern an der neuen Partnerschaft. Das Programm soll bestehende EU-Initiativen wie die sogenannten Europäischen Referenznetzwerke (ERN) im Bereich der seltenen Krankheiten ergänzen. Der Startschuss fällt ebenfalls Anfang Januar 2019 für fünf Jahre.

Laut EU-Kommission leiden rund 30 Millionen Europäer an seltenen Erkrankungen. Jedes Jahr kommen mehr als 500.000 hinzu.