HPV-Impfung auch für Jungen

(03.12.18) Die Kosten für die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) für alle Kinder zwischen 9 und 14 Jahren werden ab sofort von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Der entsprechende Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) entschieden. Der Beschluss ist am 30. November in Kraft getreten. Bislang gibt es jedoch keine Abrechnungsziffer für diese Leistung. Ärzte, die eine HPV-Impfung bei Jungen vornehmen, müssen sich deshalb derzeit noch erkundigen bei der Versicherung des Patienten erkunden, in welcher Form die Leistung abgerechnet wird.

Grundlage der Änderung der Schutzimpfungs-Richtlinie war die erweiterte Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO). Die STIKO hatte die HPV-Impfung bislang nur für Mädchen empfohlen. Nun wird sie auch Jungen angeraten. Generell können Jugendliche, die das 14. Lebensjahr bereits vollendet haben, Impfungen noch bis zum vollendeten 18. Lebensjahr nachholen.

HPV-Impfungen schützen vor der Infektion mit in den Impfstoffen enthaltenen HPV-Typen. HPV-Infektionen verlaufen meist symptomlos, können aber Krebs und Genitalwarzen verursachen. Laut Angaben der STIKO erkranken in Deutschland jedes Jahr etwa 6.250 Frauen und etwa 1.600 Männer an HPV-bedingten Karzinomen im Bereich der Zervix, Vagina, Vulva oder des Penis sowie im Bereich von Anus und Oropharynx.

Der Beschluss zur Änderung der Schutzimpfungs-Richtlinie ist am 30. November 2018 in Kraft getreten. Der entsprechende Beschluss wurde am 29. November 2018 im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Weiterführende Informationen