Organisiertes Zervixkarzinom-Früherkennungsprogramm ab 2020

(30.11.18) Das Programm zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs ist vollständig neu strukturiert worden. Unter anderem können Frauen ab 35 Jahren künftig alle drei Jahre ein kombiniertes Screening aus zytologischer Untersuchung und HPV-Test in Anspruch nehmen. Für jüngere Frauen ändert sich nichts. Nach wie vor übernimmt ihre Krankenversicherung einmal im Jahr eine Kontrolluntersuchung mit dem sogenannten Pap-Test. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) vor Kurzem beschlossen.

Das organisierte Programm gilt grundsätzlich für alle gesetzlich krankenversicherten Frauen ab dem Alter von 20 Jahren. Die Krankenkassen versenden die ersten Informationsschreiben zur Teilnahme ab dem 1. Januar 2020. Bis zu diesem Stichtag stellt eine Übergangsregelung den Anspruch auf die bisherigen Leistungen zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs sicher.

Der Beschluss zur Ergänzung der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL) wird dem Bundesministerium für Gesundheit zur Prüfung vorgelegt und tritt nach Nichtbeanstandung und Bekanntmachung im Bundesanzeiger am 1. Juli 2019 in Kraft. Anschließend entscheidet der Bewertungsausschuss innerhalb von sechs Monaten über die Höhe der Vergütung im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM).

Was beinhaltet das Früherkennungsprogramm ab 2020?

Gesetzlich krankenversicherte Frauen im Alter von 20 bis 65 Jahren erhalten zukünftig von ihrer Krankenkasse alle fünf Jahre ein Anschreiben mit näheren Erläuterungen zum Programm und zum Nutzen und den Risiken der angebotenen Untersuchungen. Die Krebsfrüherkennungsuntersuchungen können von den Frauen auch unabhängig von den Anschreiben der Krankenkassen und über das 65. Lebensjahr hinaus in Anspruch genommen werden.

Frauen zwischen 20 und 34 Jahren können - wie bisher - einmal jährlich eine zytologische Untersuchung mittels Pap-Test wahrnehmen. Dabei wird ein Abstrich vom Gebärmutterhals entnommen und auf veränderte Zellen untersucht. Je nach Ergebnis können sich weitere Untersuchungen anschließen: eine weitere zytologische Untersuchung, ein Test auf genitale Infektionen mit humanen Papillomaviren (HPV-Test) oder eine Kolposkopie des Gebärmutterhalses.

Frauen ab dem Alter von 35 Jahren wird - statt der derzeitigen jährlichen zytologischen Untersuchung - zukünftig alle drei Jahre eine Kombinationsuntersuchung (Ko-Testung), bestehend aus Pap-Abstrich und HPV-Test, angeboten. Ein vom Gebärmutterhals entnommener Abstrich wird hierbei sowohl auf HP-Viren als auch auf Zellveränderungen untersucht. Je nach Ergebnis können sich weitere Untersuchungen anschließen: eine weitere Ko-Testung oder eine Kolposkopie des Gebärmutterhalses.

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