Zika in einer Minute

  • Wer oder was ist Zika überhaupt?

    Das Zika-Virus ist nach einem Waldgebiet in Uganda benannt, wo es 1947 erstmals in einem Rhesusaffen entdeckt wurde. Seit 2015 hat sich das Zika-Virus in Südamerika ausgebreitet und aktuell (Anfang 2016) dringt es weiter in die Karibik vor.
  • Warum redet alle Welt über dieses Virus?

    Neun Monate nach den ersten Infektionen sind in Südamerika bei Neugeborenen gehäuft Fälle von Mikrozephalie aufgetreten. Der Trend zeigt steil nach oben. Es besteht der Verdacht, dass eine Zika-Infektion während der Schwangerschaft für die Fehlbildungen verantwortlich ist.
  • Ist der Anstieg der Infektionen tatsächlich so rasant?

    Vor dem Ausbruch der Zika-Infektionen gab es in Brasilien bei 0,07 Prozent aller Geburten Fälle von Mikrozephalie. Aktuell sind ein bis zwei Prozent aller Neugeborenen betroffen. Von Oktober 2015 bis Ende Januar 2016 gab es 3.893 Verdachtsfälle von pränataler Mikrozephalie, im Vergleich gab es im gesamten Jahr 2014 nur 150 Fälle.
  • Kann das Virus für Erwachsene gefährlich werden?

    In der Regel stellt eine Zika-Infektion bei gesunden Erwachsenen keine Gefahr dar. Bei vielen bleibt die Infektion unbemerkt, weil die Symptome sehr mild und unspezifisch sind. Gefährlich ist das Virus für das ungeborene Kind während einer Schwangerschaft. Aktuell wird außerdem untersucht, ob das Zika-Virus für eine Häufung des Guillain-Barré-Syndroms bei Erwachsenen verantwortlich sein kann.
  • Das alles scheint aus dem Nichts aufgetaucht zu sein?

    Das Zika-Virus ist schon seit Jahrzehnten in Südostasien verbreitet. Aber aus bisher nicht geklärten Gründen scheint es dort bisher keine größeren Epidemien gegeben zu haben.
  • Gibt es eine Impfung oder eine Behandlungsmöglichkeit?

    Nein, es gibt weder eine Behandlung noch eine Impfung. Aber kürzlich wurde in verschiedenen Ländern ein Impfstoff gegen das verwandte Dengue-Virus zugelassen, das ebenfalls aus der Familie der Flaviviren stammt. Von daher scheint es möglich, dass zukünftig auch ein Impfstoff gegen das Zika-Virus entwickelt wird.
  • Liegt das alles am Klimawandel?

    Noch nicht. Die bisherige Verbreitung des Zika-Virus geht eher auf hohes Wachstum beim Handel und beim Flugverkehr zurück. Eine Theorie geht davon aus, dass das Virus Brasilien während der Fußball-WM 2014 erreichte.
  • Und was bedeutet das für Europa?

    Eine bestimmte Mückenart - die asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) - breitet sich langsam aber sicher auf der ganzen Welt aus. Auch wenn diese Mücke nicht der Hauptüberträger des Zika-Virus ist (das ist Aedes aegypti), geht man davon aus, dass die Tigermücke in der Lage ist, das Virus weiterzuverbreiten. Während der letzten 20 Jahre ist die Tigermücke bereits in Frankreich, Spanien und Süddeutschland eingewandert.
  • Wo finde ich weitere Informationen?

 

Stand: 11.03.16

zurück zu Empfehlungen zur Diagnostik von Zika-Virus-Infektionen