AOK careplus-Modell

Verbesserte Qualität in der Arzneimitteltherapie stationärer Pflegeeinrichtungen

Berlin, 11.12. 2014. Weniger Stürze, weniger vermeidbare Nebenwirkungen und die Reduktion unnötiger Medikamente: Dies sind die positiven Ergebnisse des AOK careplus-Modells "Optimierte Arzneimittelversorgung für stationäre Alteneinrichtungen" (careplus OAV-Modell), das von 2011 bis 2013 in vier Pflegeeinrichtungen in Berlin in Kooperation mit Pflegern, Ärzten, Apothekern und geriatrischen Pharmazeuten umgesetzt und evaluiert wurde. Careplus ist ein multiprofessionelles Versorgungsprogramm der AOK Nordost, in dem der Hausarzt eng in die Versorgungsprozesse in der Pflegeeinrichtung eingebunden ist.

Mit dem neuen Modell wurde die Rate vermeidbarer Nebenwirkungen um 80 - 90 Prozent reduziert, Stürze zum Teil um etwa 60 Prozent signifikant gesenkt und Polypharmazie (die gleichzeitige Gabe von mehr als fünf unterschiedlichen Arzneimittelwirkstoffen) um etwa 10 - 30 Prozent auf durchschnittlich etwa fünf Verordnungen dauerhaft herabgesetzt. Die langzeitbetreuten Heimbewohner mussten aufgrund dieser positiven Entwicklung etwa 25 Prozent seltener in Krankenhäuser eingewiesen werden als alle anderen Heimbewohner.*

Die AOK Nordost beschreitet mit diesem Programm neue Lösungswege, die eine hochwertige Gesundheitsversorgung der pflegebedürftigen Senioren im demografischen Wandel erhalten und verbessern soll. Die Senioren- und Pflegezentrum Brandenburg GmbH hat in 2014 mit seinen engagierten Pflegefachkräften, behandelnden Ärzten und Apothekern erfolgreich damit begonnen.


*Hanke F, Hildebrand J, Joks G, Füsgen I. Prävention arzneimittelassoziierter Erkrankungen bei stationären Altenheimbewohnern durch ein pflegezentriertes Risikomanagement im Rahmen einer Integrativen Versorgung. German Medical Science GMS Publishing House; 2013. Doc13gaa30 (13gaa30)