Kalkulation von Richtwerten

Als Zielwert für die Angleichung der krankenhausindividuellen Finanzierungsbeträge ermitteln die Vertragsparteien auf Bundesebene nach § 17a Abs. 4b KHG jährlich für die einzelnen Ausbildungsberufe die durchschnittlichen Kosten je Ausbildungsplatz in den Ausbildungsstätten und die sonstigen Ausbildungskosten. Sie vereinbaren für das folgende Kalenderjahr Richtwerte unter Berücksichtigung der zu erwartenden Kostenentwicklung. Die Richtwerte können nach Regionen differenziert festgelegt werden. Ab dem Jahr 2010 werden die Richtwerte bei der Vereinbarung des Ausbildungsbudgets berücksichtigt.

Die Vertragsparteien auf Bundesebene haben eine Vereinbarung zum Kalkulationsverfahren für die Richtwerte beschlossen. Ziel der Vereinbarung ist die Sicherstellung eines einheitlichen Kalkulationsverfahrens. Für die Kalkulation sollen insbesondere die Daten einer Auswahl von Krankenhäusern und Ausbildungsstätten sowie die Fall-Daten nach § 21 Abs. 2 Nr. 1 Buchstabe c KHEntgG genutzt werden. Dazu ist ein Kalkulationshandbuch "Kalkulation der Ausbildungskosten für Zwecke gem. § 17a KHG" entwickelt worden. Ergänzend zu den erforderlichen Kostendaten erhebt das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) auch kostenrelevante Strukturdaten, die für eine Bildung von Richtwerten relevant sein können.

Vereinbarung über die Kalkulation von Richtwerten
Vereinbarung gemäß § 17a Abs. 4b KHG, Stand: 16.11.09

Kalkulationshandbuch
Handbuch zur Anwendung in Ausbildungsstätten, Versiion 1.0, Stand: 31.08.09

Das InEK hat erstmals Mitte 2010 eine Richtwertkalkulation gem. § 17a Abs. 4b KHG vorgenommen. Die Ergebnisse beschränken sich auf die Ausbildungsberufe Gesundheits- und Krankenpflege sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sowie auf eine geringe Anzahl von Ländern. Darüber hinaus konnte nur eine Kalkulation der Kosten für die Ausbildungsstätten vorgenommen werden, eine Kalkulation der Mehrkosten der Ausbildungsvergütung hingegen nicht.

Auf Basis dieser Ergebnisse haben die Vertragspartner auf Bundesebene beschlossen, für das Budgetjahr 2011 keine Richtwerte zu vereinbaren. Auch hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) von der Möglichkeit der Festlegung von Richtwerten per Rechtsverordnung abgesehen.