Neu im AOK-Krankenhausnavigator: Klinikvergleich zu Blinddarm-Operationen

(21.10.2014) Die AOK hat ihr Internet-Angebot erneut erweitert und bietet in ihrem Krankenhausnavigator ab sofort auch Informationen über die Qualität von Blinddarm-Entfernungen an. "Es ist erfreulich, dass Patienten überall in Deutschland Krankenhäuser mit guten Ergebnissen finden können. In Berlin gibt es 18 Kliniken, die ein durchschnittlich gutes Ergebnis vorweisen können“, sagte Dr. Anke-Britt Möhr, Geschäftsführerin Stationäre Leistung der AOK Nordost, anlässlich der Vorstellung des neuen Angebots. „Allerdings konnte wie in anderen Bundesländern keine Klinik mit überdurchschnittlich guten Ergebnissen abschneiden."

Eingriffe am Blinddarm gehören zu den häufigsten Operationen, vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Oftmals gibt es genug zeitlichen Vorlauf, um sich über die Qualität der Kliniken bei dieser Operation zu informieren. "Wir wollen unseren Versicherten mit leicht verständlichen Informationen helfen, das richtige Krankenhaus für sich auszuwählen. Blinddarm-Entfernungen sind zwar ein Routineeingriff, der in Deutschland jedes Jahr knapp 140.000 Mal durchgeführt wird. Trotzdem kommt es bei jedem 18. Patienten zu Komplikationen", so Möhr. 

Erhebliche Qualitätsunterschiede zwischen den Kliniken

Klinikbewertungen für Blinddarm-OPs finden Patienten im Krankenhausnavigator unter www.aok.de/krankenhausnavigator. Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) hat für den Klinikvergleich Daten von 103.000 AOK-Versicherten ausgewertet, die von 2010 bis 2012 in 946 Kliniken operiert wurden. In Berlin wurden in diesem Zeitraum rund 2.600 AOK-Versicherte am Blinddarm operiert.

Besonders bemerkenswert sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Kliniken: Im besten Viertel der Kliniken liegt der Anteil der Patienten mit Komplikationen unter 3,23 Prozent (jeder 31. Patient), während das Viertel der Kliniken mit den schlechtesten Ergebnissen eine Komplikationsrate von 7,88 Prozent aufweist (jeder 13. Patient). In den unterdurchschnittlichen Kliniken waren damit mehr als doppelt so viele Patienten von Komplikationen betroffen wie im besten Viertel. 

Patienten können sich schnell und einfach informieren

Zur Messung der Qualität verwendet die AOK seit 2010 das Verfahren "Qualitätssicherung mit Routinedaten" (QSR). Der AOK-Krankenhausnavigator enthält bereits Klinikbewertungen zu planbaren Operationen an Hüft- und Kniegelenken, dem Einsetzen eines Herzkatheters und der Entfernung der Gallenblase. Für diese Operationen wurden die Ergebnisse im Krankenhausnavigator jetzt aktualisiert. Patienten können sich für jeden dieser Eingriffe eine Bewertung anhand von Symbole anzeigen lassen. Je nach Abschneiden kann eine Klinik ein, zwei oder drei Lebensbaumsymbole für unterdurchschnittliche, durchschnittliche oder überdurchschnittliche Qualität erhalten.

Das QSR-Verfahren ermöglicht eine Langzeitbetrachtung von Behandlungsergebnissen, die auch über den eigentlichen Krankenhaus-Aufenthalt hinausgeht. Denn sie bezieht die Daten aller Krankenhäuser und die der ambulanten Versorgung mit ein. Während das Wissen der Krankenhäuser über die Qualität der Therapie mit dem Verlassen der Klinik endet, kann die AOK auch spätere Komplikationen sichtbar machen, die an anderer Stelle behandelt wurden.

Zur Berechnung der Qualitätsindikatoren werden Abrechnungs- beziehungsweise Routinedaten verwendet. Solche Routinedaten von Patienten übermitteln die Krankenhäuser automatisch an die Krankenkassen, um eine Behandlung in Rechnung zu stellen. Einen Teil dieser Daten wertet das WIdO für bestimmte Krankheitsbilder in anonymisierter Form aus und analysiert Art und Anzahl der aufgetretenen Komplikationen während und nach dem Krankenhausaufenthalt von Patienten. Ein aufwendiges statistisches Verfahren, das unter anderem das Alter, das Geschlecht und Begleiterkrankungen von Patienten berücksichtigt, sorgt darüber hinaus für einen fairen Krankenhausvergleich.

(Presseinformation der AOK Nordost vom 15.10.2014)